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1. Interview nach Wahlsieg

Kurz: Regierung soll noch heuer stehen

Im Gespräch mit ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner sagt Kurz, er wolle seine Regierung bis Weihnachten beisammen haben.

Sebastian Kurz im Interview mit Wolfgang Fellner

oe24.TV: Herzliche Gratulation zum gewaltigen Sieg! Wer hat sich schon aller bei Ihnen gemeldet?

Sebastian Kurz: Ich habe mit Netanyahu aus Israel telefoniert, mit Theresa May, mit den Spitzen in Brüssel, mit Juncker, Tusk, und vielen Regierungschefs.

oe24.TV: Angela Merkel hat Sie gleich nach Bekanntwerden des Wahlresultats angerufen …

Kurz: Merkel war eine der Ersten, die mich am Wahlabend ­angerufen haben.

oe24.TV: Trump hat sich nicht ­gemeldet? Obwohl Sie auf CNN waren …?

Kurz: Der hat sich nicht gemeldet … Aber wenn Netanyahu mir sagt, dass er die Zusammenarbeit zwischen Österreich und Israel intensivieren will, dann sind das schon Dinge, auf die ich mich freue.

oe24.TV: Sind Sie schon ganz im Kanzlermodus?

Kurz: Wir haben diese Wahl gewonnen. Und ich sehe das Wahlergebnis als Auftrag an unsere Bewegung und an meine Person, unsere Ideen auch wirklich umzusetzen. Und das ist natürlich nur dann möglich, wenn ich auch die nächste Regierung anführe.

oe24.TV: Dann beginnt ja ein ­richtiger Koalitionspoker. Rechnen Sie damit, dass Sie von Kern und der FPÖ „ausgepokert“ werden können?

Kurz: Es geht um kein Pokerspiel. Sollte mir der Bundespräsident einen Regierungsbildungsauftrag geben, dann werde ich mit allen anderen Parteien Gespräche führen und versuchen, Partner zu finden, um unsere Ideen umzusetzen.

oe24.TV: Sie sagten, das erste Gespräch führen Sie mit dem Zweitplatzierten – das wäre die SPÖ mit Kern. Würden Sie der SPÖ eine Koalition anbieten?

Kurz: Ich möchte mich auf diese Spekulationen noch nicht einlassen. Sobald ich einen Regierungsauftrag bekomme, werde ich die Gespräche starten. Und ich werde die Österreicher und Österreicherinnen sehr transparent informieren, was da besprochen wurde. Welche Möglichkeiten es gibt. Mit wem ich zu verhandeln anfange, oder auch nicht.

oe24.TV: Wird das noch diese Woche starten?

Kurz: Das liegt nicht an mir. Ich bin grundsätzlich ein fleißiger Mensch und arbeite sieben Tage die Woche. Aber der Bundespräsident entscheidet, ob und wann er mir den Regierungsbildungsauftrag gibt. Sollte er mir einen geben, werde ich mich mit Hochtouren an die Arbeit machen.

oe24.TV: Was wird das Neue sein an der Regierung Kurz? Was können Sie an Veränderung versprechen – außer dass die Poller wegkommen?

Kurz: Was ich allen versprechen kann: dass ich mich nicht ver­ändern werde! Ich glaube, das Wichtigste, was sich ändern muss, ist die politische Kultur in unserem Land. Die Leute haben diesen Hickhack und Streit, das gegenseitige Anpatzen satt.

oe24.TV: Kein Streit mehr und keine Blockade?

Kurz: Wir brauchen eine ganz klare inhaltliche Veränderung. Zum Ersten müssten wir einen schlanken Staat schaffen, der sparsamer mit Steuergeld umgeht. Damit den arbeitenden Menschen mehr bleibt. Zum Zweiten ist es notwendig, dass wir alles tun, um unser Sozialsystem treffsicher zu gestalten. Zum Dritten natürlich das ganz klare Ziel: gegen illegale Migration ankämpfen.

oe24.TV: Sie haben versprochen, es soll noch bis Jahreswechsel zumindest ein Familienbonus, aber vielleicht auch gleich die gesamte Steuerreform kommen. Ist das zeitlich möglich?

Kurz: Unser Ziel ist eine schrittweise Reduktion der Steuerlast. Warum schrittweise? Weil es gegenfinanziert sein muss. Ich halte nichts davon, dass man Steuerreformen auf Pump macht.

oe24.TV: Das heißt, jedes Jahr eine Steuerentlastung?

Kurz: Das muss unser Ziel sein.

oe24.TV: Bis wann wollen Sie die Regierung beisammen haben? Ist es Ihr Ziel, das vor Weihnachten zu absolvieren?

Kurz: Das muss auf jeden Fall das Ziel sein.

oe24.TV: Was wird denn Ihr neuer Stil sein? Sie tragen seit der Ergebnis-Bekanntgabe Krawatte …

Kurz: Ich habe früher immer wieder Krawatte getragen. Wenn ich Österreich im Ausland vertreten habe, dann war ich da stets mit Krawatte unterwegs. Aber es wird mich auch immer wieder ohne Krawatte geben. Man muss ja flexibel ­bleiben.

oe24.TV: Können Sie sich Kern als Vizekanzler vorstellen? Oder ist da zu viel Porzellan zerbrochen?

Kurz: Dass es im Wahlkampf ­einiges gegeben hat, was so nicht stattfinden hätte sollen, wissen Sie. Alles andere wird man sehen.

oe24.TV: Und Strache ist denkbar?

Kurz: Er hat einen ganz massiven Zugewinn bei dieser Wahl eingefahren. Genauso, wie wir gewonnen haben, hat auch die FPÖ stark gewonnen.

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