Castro empfängt US-Kongress-Abgeordnete

Neues Kapitel

 

Castro empfängt US-Kongress-Abgeordnete

Nach der zweistündigen Unterredung mit dem 82-Jährigen erklärten die Abgeordneten, Kuba wolle in den Beziehungen zu den USA ein neues Kapitel aufschlagen. "Die Kubaner wollen den Dialog. Sie wollen Gespräche", sagte die kalifornische Demokratin Barbara Lee. Castro habe sehr gesund und dynamisch gewirkt und sei bei klarem Verstand gewesen.

Dialog
Zuvor war Fidels Bruder, Präsident Raúl Castro, mit sechs Abgeordneten der Delegationzusammengetroffen. Es war sein erstes Gespräch mit US-Vertretern seit seiner Machtübernahme vor 14 Monaten. Er habe gesagt, alle Möglichkeiten, den Dialog mit den USA wieder aufzunehmen, lägen auf dem Tisch, sagte Lee nach der Rückkehr nach Washington.

Lee, die auch Vorsitzende der Vereinigung schwarzer Abgeordneter in der Hauptstadt (Black Caucus) ist, sagte auf einer Pressekonferenz, es sei an der Zeit, in einen Dialog mit Kuba einzutreten, das normale Beziehungen anstrebe.

Kuba-Politik
Die Regierung von US-Präsident Barack Obama lässt die Kuba-Politik der USA derzeit überprüfen. Einige Lockerungen für Reisen und Geldtransfers von amerikanischen Exil-Kubanern wurden bereits in die Wege geleitet. Obama hat nach Angaben von Mitarbeitern jedoch nicht vor, das Handelsembargo gegen den kommunistischen Staat zu lockern. Nach Castros Machtübernahme 1959 waren die Beziehungen zu dem Inselstaat eingefroren worden.

Eine Aufweichung der Blockadehaltung und womöglich auch des US-Handelsembargos ist im Kongress heftig umstritten, zumal unter Abgeordneten kubanischer Abstammung. "Unsere große Nation sollte immer für die Freiheit der Menschen und für Demokratie stehen und sich Regimen widersetzen, die unterdrücken und morden", sagte der demokratische Senator von New Jersey, Robert Menendez, vergangene Woche in einer Parlamentsdebatte. Menendez ist Sohn kubanischer Einwanderer.

Reflexiones
Seit einer Notoperation im Juli 2006 wurde Fidel Castro nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Das Treffen war die erste Begegnung mit US-Politikern seit Jahren. Castro ist zwar nicht mehr Präsident, hat aber weiterhin sehr großen Einfluss. Er schreibt regelmäßig über Ereignisse der Weltpolitik Analysen ("Reflexiones").

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