Pleite-Welle

9.500 Verfahren: Privatkonkurse explodieren

Ein Mann hält verzweifelt den Kopf, auf dem Tisch liegen Geld, Kreditkarten und ein Taschenrechner.
© Getty Images
Zahl der Privatkonkurse in Österreich ist laut Analyse des Info-Dienstleisters CRIF im ersten Halbjahr gestiegen.
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Nicht nur die Insolvenzen bei Unternehmen sind auf Rekord-Niveau, auch die privaten Konkurse sind heuer gestiegen. Das zeigt eine Halbjahres-Analyse des Informationsdienstleisters CRIF, der die Entwicklung des Insolvenzgeschehens laufend erfasst.

Insgesamt wurden 4.722 Privatkonkurse registriert. Das entspricht einem Anstieg von 217 Fällen beziehungsweise 4,8 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Prognose: Bis zu 9.500 Privatkonkurse 2026

Und das ist laut einer neuen Prognose des CRIF nur die Hälfte der Verfahren: Für das Gesamtjahr 2026 werden mit bis zu 9.500 Privatkonkursen gerechnet. Sollte diese Prognose eintreffen, wäre dies der zweithöchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Lediglich 2018 wurden mit 10.062 Privatkonkursen noch mehr Verfahren eröffnet.

Finanzielle Belastung bleibt hoch

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Lebenserhaltungskosten als Belastung. © Getty Images

Hohe Lebenshaltungskosten, steigende Arbeitslosigkeit und anhaltende wirtschaftliche Unsicherheiten setzen viele Menschen weiterhin finanziell massiv unter Druck.

"Die Entwicklung der Privatkonkurse ist ein wichtiger Indikator für die finanzielle Situation privater Haushalte. Unsere aktuellen Analysen zeigen, dass viele Menschen trotz einer leicht rückläufigen Inflation weiterhin unter erheblichem finanziellem Druck stehen. Steigende Fixkosten und die höhere Arbeitslosigkeit führen dazu, dass finanzielle Reserven zunehmend aufgebraucht sind", erklärt Anca Eisner-Schwarz , Geschäftsführerin von CRIF Österreich.

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Am meisten private Insolvenzen in Oberösterreich. © APA/Barbara Gindl

Höchster Anstieg in Oberösterreich

Regional entwickelte sich die Zahl der Privatkonkurse unterschiedlich. Den stärksten Anstieg verzeichnete Oberösterreich: Dort stieg die Zahl der eröffneten Privatkonkurse von 664 auf 773 Fälle (+16,4 Prozent).

Auch in Niederösterreich nahm die Zahl deutlich zu - von 622 auf 708 Verfahren (+13,8 Prozent) -, ebenso in der Steiermark, wo 487 Privatkonkurse registriert wurden, nach 436 im Vergleichszeitraum (+11,7 Prozent). Weitere Zuwächse gab es in Vorarlberg (+10,5 Prozent), dem Burgenland (+7,8 Prozent) und Salzburg (+7,1 Prozent).

Rückläufig entwickelte sich die Zahl der Privatkonkurse hingegen in Kärnten (-6,6 Prozent), Wien (-2,0 Prozent ) und Tirol (-0,9 Prozent). Mit insgesamt 1.591 eröffneten Privatkonkursen bleibt Wien trotz des leichten Rückgangs das Bundesland mit den meisten Verfahren, gefolgt von Oberösterreich und Niederösterreich.

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