Countdown läuft

DANN ist der Wiener Baustellen-Sommer endlich vorbei

Bauarbeiter gießen und verteilen Beton an einer Straßenbahnschiene bei einer Baustelle.
© Fuhrich
Monatelange Baustellen, Sperren und Umleitungen - während des Sommers in Wien ein gewohntes Bild. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels: In nur wenigen Wochen Wochen laufen bereits mehrere große Bauprojekte aus oder erreichen wichtige Meilensteine.
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Monatelang wurde in der Bundeshauptstadt gebaggert, geschaufelt, verlegt und erneuert. Die Wiener Linien nutzten die Urlaubssaison für umfangreiche Gleisarbeiten, während die Stadt in die Jahre gekommene Brücken modernisierte und gleichzeitig in Energieversorgung, Wasserleitungen sowie Begrünungsprojekte investierte. Für Öffi-Nutzer bedeutet das deutlich mehr Umstiege als gewohnt, Autofahrer mussten aufgrund von Sperren und Umleitungen sich vielerorts in Geduld üben. Mit dem sich nähernden Ende des Sommers dürfte sich die Lage für viele langsam, aber sicher entspannen.

Öffi-Baustellen auf Zielgerade

Besonders betroffen waren heuer die Fahrgäste der Wiener Linien. Im Straßenbahn- und U-Bahn-Netz wurden während der verkehrsärmeren Sommermonate zahlreiche Gleise, Weichen und Kreuzungen erneuert. Auf der U3 laufen die Arbeiten zwischen Hütteldorfer Straße und Westbahnhof seit Mitte Juli, mit Ende August soll die gelbe Linie wieder durchgehend fahren. Die Modernisierung auf der U4 endete bereits Anfang August.

Baustelle mit Bagger und Absperrungen, Autos im Stau, Gebäude und U-Bahn-Zeichen im Hintergrund.
Gleisbauarbeiten am Wiener Ring. © Fuhrich

Die größten Einschränkungen rund um die Ringstraße laufen bereits Ende August aus. So fahren die Linien 1, D, 71 sowie die von den Arbeiten an der Kreuzung Währinger Straße, Spitalgasse und Nußdorfer Straße betroffenen Linien 5, 12, 37, 38, 40, 41 und 42 nach Abschluss der Bauarbeiten wieder regulär. Auch die Linie 43 nimmt nach dem Ende der Gleiserneuerungen in Hernals mit 29. August wieder ihren Normalbetrieb auf.

Baustelle auf der Währingerstraße mit Baufahrzeug, Absperrungen und Fußgängerin im Vordergrund.
Bauarbeiten im Bereich Währinger Straße. © Fuhrich

Ganz vorbei ist die Baustellen-Saison bei den Öffis aber noch nicht: Die Nachtarbeiten in der Simmeringer Hauptstraße beschäftigen die Linien 11 und 71 bis Ende Oktober. Noch länger müssen Fahrgäste der Linie 62 mit einer Umleitung leben, sie fährt wegen weiterer Bauarbeiten und der Stammstrecken-Sperre sogar bis Ende 2027 zum Quartier Belvedere. Neue Einschränkungen starten zudem Mitte September in Floridsdorf: Bis Jahresende werden die Linien 25 und 26 auf der Donaufelder Straße umgeleitet, während die Linie 27 nur verkürzt unterwegs ist. Dafür steht den Fahrgästen ein Ersatzbus zur Verfügung. Die gute Nachricht: Mit der Verlängerung der Linie 18 bis zum Ernst-Happel-Stadion steht Wien ab Herbst zudem eine neue leistungsfähige Straßenbahnverbindung zur Verfügung.

Lokalbahn und ÖBB auf Kurs

Die streckenweise Sperre der Badner Bahn hingegen trifft vor allem die Pendler - für sie tut sich allerdings ein Hoffnungsschimmer auf: Mit 7. September soll die Wiener Lokalbahn wieder auf der gesamten Länge uneingeschränkt fahren, rechtzeitig zum Schulstart also. Zur Info: Seit Anfang Juli werden zwischen Schedifkaplatz und Inzersdorf Lokalbahn-Gleise, Weichen und Oberleitungen erneuert.

Eine blau-weiße Badner Bahn Straßenbahn fährt auf Gleisen durch eine ländliche Landschaft.
Die Badner Bahn fährt schon bald wieder durchgehend bis zur Wiener Oper. © WLB Zinner

Entlang der Wiener Stammstrecke können Fahrgäste ab 6. September wieder aufatmen, die S-Bahn-Sperre zwischen Floridsdorf und Praterstern wird dann nämlich aufgehoben. Die schlechte Nachricht: Von 7. September 2026 bis Ende Oktober 2027 wird der zentrale Abschnitt der Stammstrecke zwischen Wien Praterstern und Wien Hauptbahnhof für ganze 14 Monate gesperrt.

Brücken und Straßen wieder frei

Auch auf mehreren wichtigen Verkehrsachsen wurde diesen Sommer intensiv gearbeitet. Die umfassende Sanierung der Stadionbrücke läuft planmäßig, die Freigabe für den Verkehr soll noch im August erfolgen. Gleichzeitig wird auf der Floridsdorfer Brücke noch bis Anfang September gebaut, wo Fahrbahnübergänge erneuert und die Gleisanlagen der Straßenbahnlinie 31 modernisiert werden, die deshalb nur eingeschränkt fährt.

Zwei Bauarbeiter markieren bei Sonnenschein eine Fahrbahn mit weißer Farbe auf einer Straße.
Auch die Arbeiten auf der Floridsdorfer Brücke nähern sich dem Ende. © APA/TOBIAS STEINMAURER

Auf der Schönbrunner Brücke dauern die Arbeiten noch bis 4. September. Dort wird nicht nur die Fahrbahn erneuert, sondern auch die Abdichtung der Brücke instand gesetzt. Zusätzlich sollen die laufenden Betonfeldsanierungen am Äußeren Gürtel vor dem Ende der Sommerferien abgeschlossen sein. Für Autofahrer bedeutet das: Viele der derzeitigen Einschränkungen verschwinden bereits in wenigen Wochen.

Millionen für Wasser, Energie und mehr Grün

Neben den sichtbaren Baustellen investiert die Stadt Wien auch kräftig in das, was unter der Erde liegt. In der Lainzer Straße werden rund 1.100 Meter Wasserleitungen für das Wiener Hochquellenwasser erneuert. Dieses Projekt läuft allerdings noch bis zum Frühjahr 2027. Gleichzeitig werden am Flötzersteig neue Fernwärmeleitungen verlegt, die Arbeiten dauern dort ebenfalls bis Mai nächsten Jahres.

Auch mehrere Begrünungsprojekte sind derzeit am Laufen. Auf der Äußeren Mariahilfer Straße entstehen neue Grünflächen und zusätzliche Radwege, in der Brünner Straße kommen neue Bäume und weitere Grünräume dazu. Die Umgestaltung der Landstraßer Hauptstraße soll ebenfalls für mehr Schatten, weniger Asphalt und mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Die Fertigstellungen erfolgen hier allerdings erst 2027.

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