Weinlese

Dürre-Alarm trifft jetzt auch Weinbauern

Hagel in Wien: Schäden rund 1 Million Euro
© oe24.at/Janser
Die Trockenheit hat auch die heimischen Winzerinnen und Winzer fest im Griff. Neben einzelnen Regionen in Italien, Frankreich und Deutschland startet die Weinlese hierzulande ebenso deutlich früher als üblich.
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"Die aktuelle Situation ist beispiellos", sagte Josef Glatt vom Weinbauverband zur APA. Frühe Ernten kenne man aus vergangenen Jahren, "aber dieses Ausmaß an Trockenheit hat es noch nicht gegeben", so Glatt.

Der Direktor des Branchenverbands verwies auf das Jahr 2018, als die Weinbauern mit vergleichbaren Bedingungen zu kämpfen hatten und die Weinlese ähnlich früh wie heuer begann. Der Wassermangel bzw. Trockenstress führt vor allem dazu, dass die Säurewerte sinken, die Beeren kleinwüchsiger ausfallen und weniger Saft hergeben. Dementsprechend sei bei der Lese, die in Österreich heuer um etwa zwei Wochen früher als gewohnt startet und teilweise schon begonnen hat, mit deutlichen Ertragseinbußen zu rechnen, so Glatt.

Beziffern wolle er die Ertragsverluste aktuell noch nicht - das hänge von der Witterung in den kommenden Wochen ab. In den vergangenen Tagen gab es zumindest in manchen Regionen Österreichs nach längerer Zeit wieder Niederschläge. Maßgeblich für die Erntemengen bei Dürre seien für die Betriebe auch Bewässerungsmöglichkeiten, die bei weitem nicht alle Winzer vorfinden.

"Extreme" Situation in Niederösterreich

Von einer "extremen" Situation berichtet Heinrich Hartl, er ist Weinhauer in der Thermenregion in Niederösterreich. "Wo unser Betrieb ansässig ist, im Steinfeld, sind die Böden sehr karg und mehr anfällig bei Trockenheit. Bei Kollegen, die nicht bewässern konnten, sind die Reben schon vor Wochen eingegangen", sagte er zur APA. Er selbst habe fünf Bewässerungsdurchgänge hinter sich, sonst wären auch seine Pflanzen verdorrt. Die ersten Reben für Sektgrundwein habe er schon geerntet, weitere Sorten sollen bald folgen. "Deutlich früher als sonst", fügte er an.

Bei Gerhard Lobner aus dem südlichen Weinviertel in Niederösterreich ist die Lage ähnlich. Die Temperaturen bereiteten ihm Sorgen, er hoffe nun auf eine Entspannung und mehr Regen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr erwartet aber auch er schon jetzt "einiges an Einbußen".

Freilich ist die Dürre nicht nur für Winzer in Niederösterreich ein Thema - auch in anderen wichtigen Weinbaugebieten im Burgenland und der Steiermark wird die Weinlese vorgezogen. Das Ausmaß der Schäden durch die Trockenheit dürfte im September abschätzbar sein.

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