Schwere Konseqzenzen

Flugzeug-Angriff: Terror-Experte äußert brisante Theorie

Flugzeug von FlyDubai, daneben ein Passagier mit blutverschmieltem Hemd im Flugzeuginneren.
© Getty Images / X (oe24 Montage). Rechts ein Passagiert mit blutverschmiertem T-Shirt.
Der Flugzeugangriff kann sogar "militärische Konsequenzen" haben.
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Wie berichtet, ist ein Anschlag auf ein aus Dubai nach Israel fliegendes Flugzeug in letzten, dramatischen Minuten vereitelt worden sein. Einer der Piloten versucht, die Maschine der Airline Flydubai abstürzen zu lassen.

Der israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir sagte, ein "Terrorist" habe das Flugzeug zum Absturz bringen wollen. Ziel sei es gewesen, "die 174 Israelis, darunter 27 Kinder, an Bord zu ermorden". Es sei ein Anschlag ähnlich dem am 11. September in New York geplant gewesen.

Vier Szenarien

Für Peter Neumann vom Londoner King’s College könnte der Vorfall ernste Konsequenzen gaben. Der Terrorismus Experte nennt im Ronzheimer-Podcast vier mögliche Szenarien. Der Mann könnte als psychisch kranker Einzeltäter gehandelt haben. Möglich sei auch eine ideologisch motivierte Tat ohne organisatorischen Hintergrund. In diesen Fällen wären die politischen Folgen begrenzt.

Terror-Experte warnt vor neuer Stärke der IS-Mörder
Terror-Experte Peter Neumann © APA

Deutlich brisanter wäre eine Verbindung zu einer Terrororganisation. "Hinter ihm steckt eine Organisation wie al-Qaida oder der Islamische Staat oder die Hisbollah", wäre laut Neumann ein Szenario mit "ganz erheblichen Konsequenzen".

Zwei Männer stehen in einem Raum und unterhalten sich; einer trägt Anzug, der andere Freizeitkleidung.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu mit dem Passagier Yaniv Hayoun © APA/AFP/ISRAELI PRIME MINISTER'S

Noch weitreichender wäre ein staatlicher Auftrag. Neumann verweist dabei auf den Iran und dessen mögliches Interesse an "hybrider Kriegsführung gegen Israel". Belege dafür gebe es bislang nicht. Sollte sich ein staatlicher Hintergrund bestätigen, "könnte ich mir gut vorstellen, dass eine Vergeltungsaktion das Mindeste ist, was da passieren könnte", so der Experte im Podcast "Ronzheimer".

Karte zeigt Umleitung des Flugs FZ1073 von Dubai nach Tabuk nach Notfall vor Tel Aviv.
© APA

Netanyahu und Modi würdigen Piloten als Helden

Der Pilot, der bei einem Zwischenfall auf einem Flydubai-Flug nach Tel Aviv verletzt worden war, ist nach indischen Angaben in stabilem Zustand. Der Inder namens Smit Machchhar werde in einem Spital in der Stadt Tabuk im Nordwesten Saudi-Arabiens behandelt. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu und der indische Premier Narendra Modi würdigten die Furchtlosigkeit des mutmaßlich von seinem Kollegen angegriffenen Piloten. Er ist ein wahrer Held", erklärte Netanyahu.

Trotz schwerer Stichverletzungen habe der indische Flugkapitän Widerstand geleistet, die Cockpittür geöffnet und es Passagieren ermöglicht, den Angreifer zu überwältigen, teilte Netanyahu am Mittwochabend auf X mit. Modi schrieb auf X, Indien sei stolz auf den Piloten. "Angesichts größter Gefahr und trotz schwerer Verletzungen bewies er immensen Mut und unerschütterliche Entschlossenheit, das Leben anderer zu schützen", betonte Modi. Netanyahu sagte, der Pilot habe eine Katastrophe verhindert. "Er hat die Leben von 174 Menschen gerettet, darunter israelische Bürger und andere Staatsangehörige."

Behandlung auf Intensivstation

Die Zeitung "Hindustan Times" berichtete, Modi habe mit der Familie des Piloten telefoniert, der auf der Intensivstation behandelt werde. Der Pilot erhalte die notwendige medizinische Versorgung, hieß es in einer Mitteilung der indischen Botschaft in Saudi-Arabien. "Eine ausführliche Einschätzung seines Gesundheitszustands steht noch aus, nach bisherigen Angaben ist sein Zustand jedoch stabil." Man hoffe auf seine rasche Genesung.

Der Flug der emiratischen Gesellschaft Flydubai war am Mittwoch auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als es zu der Auseinandersetzung im Cockpit kam. Israels Regierung geht von einem versuchten jihadistischen Terroranschlag aus - wichtige Fragen sind aber noch offen.

Nach früheren Aussagen Netanyahus hatte einer der beiden Piloten auf seinen Kollegen eingestochen, als die Maschine sich in der Früh Israel näherte. Er habe offenbar vorgehabt, das Flugzeug mit den Passagieren zum Absturz zu bringen. Nach übereinstimmenden Berichten war die Maschine in einen Sturzflug geraten. Nachdem der mutmaßliche Angreifer überwältigt war, konnte das Flugzeug in Saudi-Arabien notlanden - eine zweite Besatzung, die in der Kabine mitreiste, übernahm das Steuer.

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