Algen-Plage
Fürchterlicher Gestank: Traumstand riecht plötzlich nach faulen Eiern
Eigentlich locken die Strände der Karibik jedes Jahr Millionen Urlauber mit türkisblauem Wasser und weißem Sand. Doch vielerorts bietet sich derzeit ein völlig anderes Bild: Meterhohe Berge aus braunen Algen türmen sich an den Küsten, bedecken ganze Strandabschnitte und verbreiten einen beißenden Gestank. Experten sprechen von einer der schwersten Sargassum-Plagen seit Beginn der Aufzeichnungen. Bereits im Mai wurden rund 38 Millionen Tonnen der Braunalge im Atlantik und der Karibik registriert – ein neuer Rekordwert.
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Besonders betroffen sind beliebte Urlaubsregionen in Mexiko, der Dominikanischen Republik, auf Barbados, Martinique und weiteren Karibikinseln. Dort kämpfen Gemeinden und Hotelbetreiber täglich gegen neue Algenmassen, die von den Strömungen an Land gespült werden. Wie t-online berichtet, könnten die Mengen in den Sommermonaten sogar noch weiter zunehmen. Die Tourismusbranche befürchtet erhebliche Einbußen.
Das größte Problem beginnt allerdings erst, wenn die Algen am Strand liegen bleiben. Nach etwa zwei Tagen setzt der Zersetzungsprozess ein. Dabei entstehen Gase wie Schwefelwasserstoff und Ammoniak. Vor allem Schwefelwasserstoff sorgt für den berüchtigten Geruch nach faulen Eiern, der sich teilweise kilometerweit ausbreiten kann.
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Übler Gestank
An manchen Küstenabschnitten ist der Gestank inzwischen so intensiv, dass Urlauber ihre Hotelzimmer geschlossen halten oder den Strand ganz meiden. Betroffene berichten von tränenden Augen, Kopfschmerzen und Übelkeit. Selbst Hotelangestellte und Räumtrupps leiden unter der Belastung. Auf den Cayman Islands klagen Tourismusbetriebe über massive Zusatzkosten und einen deutlichen Rückgang von Gästen. Verrottende Algenberge würden dort rund um die Uhr den typischen "Faul-Eier-Geruch" verbreiten.
Forscher warnen inzwischen auch vor möglichen gesundheitlichen Folgen. Die US-Umweltbehörde EPA weist darauf hin, dass die beim Verrotten freigesetzten Gase Atemwegsreizungen, Husten, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit auslösen können. Besonders empfindlich reagieren Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen. In den französischen Karibikgebieten Martinique und Guadeloupe wurden bereits tausende Fälle von Beschwerden im Zusammenhang mit Schwefelwasserstoff registriert.
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Immer schlimmer
Neben dem Gestank leiden auch die Ökosysteme. Die dichten Algenmatten blockieren Sonnenlicht, schädigen Korallenriffe und Seegraswiesen und erschweren Meeresschildkröten das Nisten. Wissenschaftler warnen zudem, dass die verrottenden Algen weitere Schadstoffe und Gase freisetzen können, die die Luftqualität entlang der Küsten beeinträchtigen.
Warum die Algenmengen seit Jahren zunehmen, ist noch nicht vollständig geklärt. Forscher vermuten ein Zusammenspiel aus steigenden Meerestemperaturen, veränderten Wind- und Strömungsverhältnissen sowie zusätzlichen Nährstoffeinträgen aus großen Flusssystemen. Seit 2011 bildet sich regelmäßig ein riesiger "Sargassum-Gürtel" im Atlantik, der sich über mehrere tausend Kilometer erstreckt und jedes Jahr neue Algenmassen in Richtung Karibik transportiert.
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Für Urlauber bedeutet die Plage nicht zwangsläufig das Aus für den Karibikurlaub. Viele Hotels räumen ihre Strandabschnitte täglich und errichten Barrieren im Wasser. Dennoch sollten Reisende die aktuelle Lage vor der Buchung genau prüfen. Denn an manchen Orten wird der Traum vom tropischen Paradies derzeit buchstäblich von einer braunen, stinkenden Algenwelle überrollt.
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