Knallahrt
In Hochsaison: Italien sperrt Strände
An Italiens Küsten wird derzeit verschärft gegen illegale Bauten sowie überhöhte Preise vorgegangen. Am beliebten Stadtstrand Ostia nahe Rom wurden bereits mehrere privat betriebene Strandbäder durch die Stadtverwaltung geschlossen. Zwei kommerzielle Betriebe werden mitten im Sommer abgerissen, um Platz für einen kostenlosen, für alle frei zugänglichen Strandabschnitt zu schaffen. Ähnliche Aktionen laufen auch in den Regionen Ligurien und Apulien.
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Kostenlose Abschnitte statt teurer Bäder
Entlang der 7.500 Kilometer langen Mittelmeerküste existieren Tausende privat betriebene Anlagen. Obwohl die Küste Staatsbesitz ist und theoretisch allen offenstehen müsste, ist mehr als die Hälfte der Abschnitte verpachtet. Über 7.300 sogenannte "Stabilimenti Balneari" gibt es offiziell, bei denen es sich meist um Familienbetriebe handelt. Hohe Zäune und Mauern versperren an zahlreichen Orten den freien Zugang zum Meer.
Hohe Strandgebühren in Italien steigen
Der Aufenthalt an den verpachteten Abschnitten ist kostspielig: Die durchschnittliche Tagesmiete für zwei Liegen und einen Sonnenschirm liegt laut einem Bericht von NTV bei etwa 40 Euro. Verbraucherschützer berichten, dass die Preise in den vergangenen fünf Jahren um 24 Prozent gestiegen sind, wobei für diesen Sommer weitere Erhöhungen von durchschnittlich sechs Prozent erwartet werden.
Druck durch eine alte EU-Richtlinie
Das strengere Einschreiten der Behörden steht auch im Zusammenhang mit einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 2006. Diese verlangt, dass staatliche Konzessionen für Küstenabschnitte regelmäßig neu ausgeschrieben werden müssen. Die Umsetzung dieser Vorgabe wurde in Rom jahrelang verschoben, soll nun aber im Jahr 2027 beginnen.
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