Krieg in Nahost
Iran: Neue Anti-Schiffs-Rakete im Einsatz
Teheran. Der Iran hat im Persischen Golf nach eigenen Angaben eine neue Anti-Schiffs-Rakete gegen die US-Marine eingesetzt. In einem Interview mit dem staatlichen Rundfunk berichtete der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Rezaei, vom erstmaligen Einsatz eines neuartigen Seezielflugkörpers. "Dies ist eine wichtige Warnung an den Feind und bedeutet, dass die Seeblockade verwundbar ist", sagte der General.
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Das US-Militär hatte am Samstag drei iranische Öltanker angegriffen und außer Betrieb gesetzt. Zuvor hatten iranische Revolutionsgarden nach Angaben des zuständigen US-Regionalkommandos CENTCOM ballistische Raketen auf zwei US-Kriegsschiffe abgefeuert.
Rezaei wies in dem Interview die US-Darstellung zurück, wonach die Straße von Hormuz für den internationalen Schiffsverkehr wieder offen sei. "Die Straße von Hormuz ist vollständig geschlossen, und die Behauptung der USA, dass Schiffe und Öltanker sie passieren, ist eine Lüge", sagte er. Schiffe, die mit ausgeschalteter Navigation versuchten, die Meerenge zu passieren, würden meist angegriffen. Irans Streitkräfte hätten sich jedoch vorerst "aus Umweltschutzgründen" entschieden, diese Schiffe nicht zu versenken.
Irans Außenministerium warnt Südkorea
Die Straße von Hormuz hat sich im Verlauf des Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt: Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Erdgas und Dünger weltweit bedeutende Meerenge noch immer weitestgehend. Vor dem Krieg war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen. Die USA wollen mit einer Seeblockade gegen iranische Häfen den Iran unter Druck setzen. US-Präsident Trump hatte dem Land zuletzt mit einem "Wirtschaftskrieg" gedroht.
Unterdessen übte das iranische Außenministerium scharfe Kritik an einer möglichen Unterstützung der US-Marine durch Südkorea. "Jede operative Beteiligung oder jede weitere militärische Präsenz anderer Parteien im Persischen Golf und in der Straße von Hormuz" werde als "direkte Unterstützung der angreifenden Partei" betrachtet, sagte Außenamtssprecher Esmail Baghaei laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.
Bereits am Freitag hatten mehrere koreanische Medien unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, dass die Regierung in Seoul auf Druck von Trump die Entsendung eines Schiffs sowie mehrerer Aufklärungsflugzeuge für einen Einsatz in der Straße von Hormuz vorbereitet. Offiziell bestätigt ist das allerdings nicht. Am Montag teilten sowohl das südkoreanische Verteidigungs- als auch das Außenministerium unabhängig voneinander mit, dass man derzeit im engen Austausch mit der internationalen Gemeinschaft stehe, um einen konkreten Beitrag zur Wiederherstellung der freien Schifffahrt durch die Straße von Hormuz zu leisten. Eine Entscheidung ist demnach bisher nicht gefallen.
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