Ex-Ministerin

Kneissl will keine Russin werden: "Ich bin müde"

Österreichs Außenministerin spricht bei einer Pressekonferenz vor Mikrofonen und Flaggen.
© APA/EXPA/JOHANN GRODER
Ex-Ministerin Karin Kneissl hat im Interview mit einem Russen-Portal erklärt, warum sie keine Russin werden möchte.
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Karin Kneissl will keine Russin werden. Das erklärte die frühere österreichische Außenministerin in einem Interview mit dem Nachrichtenportal "YA62".

"Ich bin bereits 61 Jahre alt. Glauben Sie wirklich, ich werde in diesem Alter plötzlich Russe? Nein", erklärte Kneissl. Und: "Ich bin müde. Und ich werde nicht schon wieder alles ändern. Gleichzeitig bin ich Russland sehr dankbar."

Bekanntlich setzen sich die NEOS dafür ein, Kneissl wegen ihrer Russland-Verbindungen die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Die Ex-Ministerin fällt immer wieder durch Auftritte in Russlands Propagandaapparat auf. Vom russischen Auslandssender RT soll sie sogar zwischen Februar 2024 und Juli 2025 etwa 90.000 Euro bekommen haben.

Reich? "Das stimmt überhaupt nicht"

Im Interview mit dem russischen Portal meinte Kneissl allerdings: "Viele Leute denken, ich sei sehr reich, aber das stimmt überhaupt nicht." Für ihr Haus in dem russischen Dorf, in dem sie nun lebt, habe sie etwa nicht das Geld, "um eine große Baufirma zu beauftragen". Stattdessen renoviere sie seit drei Jahren alles selbst. Sie wohne im Grunde auf einer Baustelle, erklärte sie dem Portal.

Das Portal spart übrigens nicht mit lobenden Worten über Kneissl. In Europa habe es eine "Hetzjagd" gegen sie gegeben, die sie dazu zwang, Österreich zu verlassen. Kneissl sei "offen und unkompliziert", schreibt das Portal. "Uns fiel auf, dass Karin während der Diskussion ihre Meinung offen äußerte", lobt man weiter. In Russland offenbar nicht selbstverständlich.

"Die Leute verbreiten allerlei Gerüchte"

Über das Dorfleben in Russland meint Kneissl: "Wenn man als Ausländer in eine kleine Siedlung kommt, wird man als Außenseiter wahrgenommen. So ist das in jedem Dorf." Und: "Die Leute verbreiten allerlei Gerüchte und tratschen über mich." Das sei ihr aber egal.

Aufgefallen sei ihr, dass es in dem Dorf ein Alkoholismus-Problem gebe. "Am schwersten fällt es mir, Mütter unter Alkoholabhängigkeit leiden zu sehen. Auch mein Leben ist nicht einfach. Aber wenn ich Probleme habe, greife ich nicht zum Alkohol", so die frühere Außenministerin.

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