oe24-Enthüllung

War geheime Ruck-Aufnahme eine rote Racheaktion?

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Der Präsident des sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes soll hinter der Abhöraktion von Wirtschaftskammer-Wien-Chef Walter Ruck stecken. War es eine Racheaktion für gestrichene Förderungen?
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Die oe24-Enthüllung, wer hinter der geheimen Tonbandaufnahme von Wirtschaftskammer-Wien-Präsident Walter Ruck steckt, ist am heutigen Mittwoch DAS Gesprächsthema in der heimischen Polit-Szene. Denn auf der Tonaufnahme von Walter Ruck, Teile davon liegen oe24 vor, sind insgesamt vier Gesprächsteilnehmer zu hören.

Wer beim Treffen im Ruck-Weinkeller dabei war

Neben Walter Ruck selbst nahmen auch ein Mitarbeiter von Ruck, der Donaustadt-Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (er sitzt im SWV-Präsidium) und der Vizepräsident der Wiener Wirtschaftskammer und Chef des sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV) Marko Fischer an dem Treffen im Weinkeller teil - wo teils durchaus deftig über die heimische Politik ausgepackt wurde. Einer der Teilnehmer zeichnete das brisante Gespräch auf - das später in den Medien landete.

Streit um eidesstattliche Erklärung entbrannt

Die Wirtschaftskammer Wien bestätigt oe24, dass Ruck, Nevrivy und der WKW-Mitarbeiter am Dienstag eine eidesstattliche Erklärung bei einem Wiener Anwalt abgegeben haben, dass sie bei dem Gespräch keine geheimen Aufnahmen gemacht haben.

Ausgerechnet WKW-Vizepräsident und SWV-Chef Marko Fischer hat hingegen keine eidesstattliche Erklärung abgegeben. "Ich habe zu diesem Notartermin nie eine Einladung erhalten. Wer nicht zu einem Termin geladen wird, kann die eidesstattliche Erklärung auch nicht verweigern", so Fischer in einer Stellungnahme. Eine oe24-Anfrage, ob die geheime Tonaufnahme von ihm stamme, wollten weder Fischer noch sein Anwalt Paul Kessler kommentieren. Sehr wohl bestätigt der Anwalt jedoch, dass Fischer an dem besagten Treffen in Rucks Weinkeller teilgenommen habe.

Mehrere Gesprächsteilnehmer erheben nun den Vorwurf, dass der SPÖ-Wirtschaftsboss das Gespräch mit Ruck geheim aufgezeichnet habe. Für Marko Fischer gilt die Unschuldsvermutung.

Racheaktion für gestrichene Förderungen?

Besonders brisant: Hinter der Abhöraktion könnte eine Racheaktion stecken. So war zuletzt laut "profil" bekannt geworden, dass der sozialdemokratische Wirtschaftsverband (SWV) Rucks Wirtschaftsbund vorwirft, Vereinbarungen nach der Kammerwahl gebrochen zu haben. Der Vorwurf: Mandate aus gemeinsamen Listen seien beim Wirtschaftsbund geblieben. Der SWV würde dadurch jährlich rund 200.000 Euro Förderung verlieren. Genau dieses Thema wurde bei dem Treffen im Weinkeller besprochen, bestätigen Gesprächsteilnehmer oe24.

Maulwurf droht bis zu ein Jahr Haft

Die Causa könnte nun jedenfalls auch die Gerichte beschäftigen: Denn in Österreich ist das Anfertigen geheimer Tonaufnahmen nach § 120 StGB strafbar. Der Strafrahmen sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr vor.

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