Leichenpräparator

Körperwelten-Erfinder Gunther von Hagens (81) ist gestorben

Leichenpräparator Gunther von Hagens ist tot.
© AFP
Der Erfinder der berühmten "Körperwelten"-Ausstellungen ist tot. Gunther von Hagens verstarb am Freitag im Alter von 81 Jahren, nachdem er wegen einer Gehirnblutung ins Krankenhaus kam.
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Der an Parkinson erkrankte Mediziner und Unternehmer verstarb am Freitag im Alter von 81 Jahren. Wie seine Familie laut "Bild" berichtet, wurde er bereits am Donnerstag wegen einer Gehirnblutung in eine Klinik in Heidelberg eingeliefert.

Mit der von ihm im Jahr 1977 an der Universität Heidelberg entwickelten Plastination revolutionierte er die anatomische Lehre. Dieses Verfahren macht biologische Präparate dauerhaft haltbar und sorgte weltweit für großes Aufsehen, führte aber immer wieder auch zu heftigen Debatten.

Millionen sahen seine Ausstellungen

Nach Angaben seines Unternehmens besuchten bislang mehr als 58 Millionen Menschen die "Körperwelten"-Ausstellungen. Dort zeigte von Hagens plastinierte menschliche Körper und Organe. Sein erklärtes Ziel war es, Anatomie und medizinisches Wissen einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Während er für viele als Visionär galt, blieb seine Arbeit für andere stets umstritten. Seine Ehefrau Angelina Whalley betonte nun, dass ihr Mann nie auf Sensation gesetzt habe. Er wollte den Menschen vielmehr einen bewussteren Umgang mit ihrem eigenen Körper ermöglichen.

Plastinator Gunther von Hagens steht in seinem "Körperwelten Museum" neben einem Exponat. (Archivbild)
Plastinator Gunther von Hagens steht in seinem "Körperwelten Museum" neben einem Exponat. (Archivbild) © APA/dpa/Christoph Schmidt

Letzter Wunsch wird nun erfüllt

Schon zu Lebzeiten hatte von Hagens immer wieder erklärt, dass er nach seinem Tod selbst plastiniert werden wolle. Diesen ungewöhnlichen Wunsch will die Familie ihm nun erfüllen. Ob und wo sein plastinierter Körper später öffentlich gezeigt werden soll, ist bislang noch völlig offen. Möglich wäre eine Präsentation im Plastinarium im brandenburgischen Guben, das von Hagens im Jahr 2006 selbst eröffnet hatte.

Bewegende Geschichte des bekannten Mediziners

Geboren wurde er am 10. Januar 1945 als Gunther Gerhard Liebchen im damaligen Alt-Skalden (heute Polen). Bekannt wurde er später unter dem Nachnamen seiner ersten Ehefrau. 1968 geriet er in der DDR ins Visier des Regimes, nachdem er gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings protestiert und versucht hatte zu fliehen. Er wurde verurteilt und inhaftiert. Zwei Jahre später kaufte ihn die Bundesrepublik als politischen Gefangenen für 40.000 D-Mark frei. Aus dem einstigen DDR-Häftling wurde einer der bekanntesten deutschen Mediziner der Welt.

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