Hundeleben

Kosovo: Neues Leben für Streunerhunde

Nasser streunender Hund steht am Straßenrand auf nassem Boden und schaut in die Kamera.
© Getty Images/500px Plus
Auf den ersten Blick wirken diese Hunde gefährlich. Sie leben an einem der härtesten Orte überhaupt: auf einer Mülldeponie im Kosovo.
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Hier streifen Dutzende, wenn nicht Hunderte obdachlose Hunde auf der Suche nach Futter umher. Viele wurden ausgesetzt und sind den Kontakt zu Menschen nicht gewohnt. Sie sind scheu und verängstigt. Die Deponie sichert zwar ihr Überleben, doch Krankheiten, Infektionen und Verletzungen gehören zum Alltag. Die Hunde kämpfen um die letzten Essensreste.
Die Deponie ist nur ein kleiner Teil des Problems: Im Kosovo gibt es schätzungsweise 50.000 Hunde auf der Straße. VIER PFOTEN will die Population langfristig stabilisieren: Einfangen, Kastrieren, Impfen und Zurückbringen. Doch die Arbeit auf der Deponie ist schwierig. Die Hunde verstecken sich in Büschen, Löchern und Rohren. Nach dem Betäubungsschuss laufen sie häufig davon. Eine Hündin hat sich sechs Meter tief in einem Rohr versteckt. Während Evgeni und Nikolay nach ihr suchen, entdecken sie zwei wenige Wochen alte Welpen. 
"Eine Hündin hier... vielleicht sind auch Welpen da. Ich glaube, ich höre etwas, bin mir aber nicht sicher." 
Die Hündin wird schließlich sicher geborgen. Doch das Gelände bleibt eine Herausforderung. 
"Wir geben unser Bestes, die Hunde einzufangen, aber dieses Gelände ist, vorsichtig gesagt, ungeeignet zum Arbeiten." 
Trotz der schwierigen Bedingungen können zahlreiche Hunde gesichert werden. Anschließend werden sie in die Klinik gebracht.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 02.08.2026, hier in voller Länge sehen. Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 09.08.2026, 18:30 Uhr.

VIER PFOTEN arbeitet dort seit 2024 mit dem Partner Dr. Albatrit Halili zusammen. Mit Unterstützung einer mobilen Klinik aus Bulgarien konnten bei diesem Einsatz mehr als 120 Tiere versorgt werden.
Die Kastrationen sollen zudem Kämpfe unter den Hunden reduzieren und verhindern, dass weitere Welpen unter den gleichen Bedingungen geboren werden.
Nach ihrer Genesung werden die Hunde wieder an ihren Fundort gebracht. Für viele ist eine Vermittlung nicht möglich, weil sie zu wenig sozialisiert sind. Doch dank der Behandlung kehren sie gesünder zurück, während die Population langfristig auf natürliche Weise zurückgehen kann.
Um die Situation dauerhaft zu verändern, setzt VIER PFOTEN deshalb auch auf Aufklärung und Ausbildung. Veterinärstudierende der Universität Pristina lernen die praktische Arbeit mit den Hunden kennen. 
"Ich denke, es ist wichtig, dass sie diese Atmosphäre erleben und die Arbeit vor Ort kennenlernen." 
Auch Kinder sollen früh lernen, wie sie mit obdachlosen Hunden umgehen können.
"Ich bin überzeugt, dass die positiven Auswirkungen dieses Ansatzes in den kommenden Jahren deutlich sichtbar werden." 
Für die Hunde auf der Mülldeponie bedeutet das: medizinische Hilfe, weniger Nachwuchs und langfristig die Chance auf bessere Lebensbedingungen.

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