Ägypten

Riesen-Haifischfriedhof mitten in der Wüste entdeckt!

Weiße Kalksteinformationen in der Wüste unter blauem Himmel im Tents Valley, Westliche Weiße Wüste.
© Getty Images/iStockphoto
Ein Team von Paläontologen hat in der ägyptischen Wüste sensationelle Fossilien aus der Urzeit freigelegt. Unter dem Sand des Abu-Tartur-Plateaus stießen die Forscher auf einen uralten Haifischfriedhof aus der Kreidezeit.
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Wo sich heute kilometerweit die glühend heißen Sanddünen der Sahara erstrecken, wimmelte es vor Jahrmillionen nur so von marinen Raubtieren. Das geologische Gebiet Nordafrikas lag damals vollständig unter Wasser. Ein warmes, extrem nährstoffreiches Meer – das sogenannte Tethysmeer – bedeckte weite Teile der heutigen Wüstenlandschaft, da der weltweite Meeresspiegel deutlich höher lag als heute.

Sensationelle Entdeckung in der Wüste

Die spektakulären Funde stammen aus einer wissenschaftlichen Studie, die im August 2026 im renommierten Fachjournal "Cretaceous Research" veröffentlicht wurde. Geleitet wurde die Untersuchung von einem Team von Paläontologen rund um Tarek Yassin von der Universität Kairo. Den Forschern gelang es, eine Vielzahl urzeitlicher Haizähne auszugraben, die über Jahrmillionen im Wüstensand konserviert geblieben waren.

Da Haie zu den Knorpelfischen gehören, versteinert ihr Skelett nur in den allerseltensten Fällen. Nahezu alles, was von diesen urzeitlichen Jägern übrig bleibt, sind ihre extrem widerstandsfähigen Zähne. Die in Ägypten entdeckten Zähne weisen völlig unterschiedliche Formen auf: Sie sind spitz, gebogen oder scharf gezackt. Laut den Forschern deutet diese enorme Vielfalt darauf hin, dass die verschiedenen Haiarten damals unterschiedliche ökologische Nischen besetzten und kaum in direkter Nahrungskonkurrenz zueinander standen. Einige der nachgewiesenen Arten wurden nun sogar zum allerersten Mal in Ägypten dokumentiert.

Das Abu-Tartur-Plateau im Überblick

Die Fundstelle selbst ist nicht nur für Paläontologen von unschätzbarem Wert, sondern auch wirtschaftlich von enormer Bedeutung für das Land. Das Abu-Tartur-Plateau weist einzigartige geologische Merkmale auf:

  • Die genaue Lage: Das Plateau befindet sich in der Westlichen Wüste Ägyptens, eingebettet zwischen den bekannten Oasen Charga und Dachla.
  • Wirtschaftlicher Schatz: Die Region beherbergt eines der bedeutendsten Phosphatvorkommen Ägyptens. Die geschätzten Erzreserven belaufen sich auf gigantische eine Milliarde Tonnen.
  • Geologischer Ursprung: Die dortigen Phosphatgesteine entstanden in der Oberen Kreidezeit und gehören zur sogenannten Duwi-Formation. Heute wird das abgebaute Phosphat weltweit vor allem für die Produktion von hochwertigen Düngemitteln verwendet.

Das Rätsel um die Haifisch-Massen gelöst

Die Frage, warum sich gerade an diesem Ort so unzählig viele Haie tummelten, konnten die Wissenschaftler ebenfalls beantworten. Der Schlüssel liegt im Phänomen des sogenannten "Upwelling" (Ozeanische Aufströmung). Dabei steigen eiskalte, aber extrem nährstoffreiche Tiefenwässer an die Meeresoberfläche auf.

An der Oberfläche löste dieser Nährstoff-Boom eine gewaltige Nahrungskette aus. Sie reichte von winzigem Plankton über kleine Fischschwärme bis hin zu den riesigen, urzeitlichen Raubfischen. Haie waren im damaligen Nordafrika aufgrund dieser perfekten Bedingungen extrem weit verbreitet. Ähnliche faszinierende Fossillagerstätten, die diesen biologischen Reichtum belegen, wurden in der Vergangenheit auch in Marokko und Syrien entdeckt. Der Fund liefert wertvolle neue Erkenntnisse über die Lebenswelt der Urzeit-Meere.

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