Das sagt ÖSTERREICH

Statt eines Neustarts versinkt die SPÖ im Chaos

Kann Nehammer Kanzler Kickl verhindern?
© oe24
Ein Kommentar von oe24-Chefredakteur Niki Fellner.
OE24 auf Google bevorzugen

Wirr, wirrer, SPÖ. Anders lässt sich das Ergebnis der SPÖ-Sitzung am Sonntag nicht zusammenfassen. Anstatt eines Neustarts ohne Andreas Babler hat die SPÖ sich auf das chaotischste Modell geeinigt, das man sich nur vorstellen kann.

Babler bleibt vorerst Vizekanzler und Parteichef, bekommt aber ab sofort ein Aufpasser-Duo zur Seite gestellt. Anfang nächsten Jahres übergibt er dann den Vizekanzler- und den Parteichef-Job, bleibt aber Minister. Und wer bei einem etwaigen Parteitag im März oder April nächster Parteichef wird, steht überhaupt noch in den Sternen. Falls es davor nicht ohnehin eine Mitgliederabstimmung mit mehreren Kandidaten gibt - denn Gerhard Zeiler dürfte nicht daran denken, seine Ambitionen zurückzuziehen.

Das heißt: Chaos total! Die Partei wird in den nächsten Monaten von einem Trio (!) geführt. Das gab es in der österreichischen Politik-Geschichte überhaupt noch nie. In der Regierung sitzt Andreas Babler ab sofort als "lame duck". Die so wichtigen Reformen für unser Land sind damit bis Jahresende auf Eis gelegt. Und als Sahnehäubchen will Babler danach auch noch seinen 19.000-Euro-Job als Minister behalten.

Es wirkt so, als wäre dieses SPÖ-Desaster die späte Rache von Andreas Babler an seinen "Parteifreunden" für die Demütigungen der letzten Jahre. Babler hat die roten Landeschefs beinhart ausgepokert. Übrig bleibt eine komplett ruinierte Partei, bei der völlig unklar ist, wer sie in die nächste Wahl führen soll...

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden