In der Nacht auf Sonntag wurde die Polizei im englischen Gloucestershire wegen verdächtiger Männer und mehrerer weißer Transporter alarmiert. Was zunächst mit einem Hinweis aus der Bevölkerung begann, entwickelte sich zu einem großen Anti-Terror-Einsatz rund um RAF Fairford.
Die Polizei nahm insgesamt fünf Männer fest. Sie stehen im Verdacht, einen terroristischen Anschlag vorbereitet zu haben. Außerdem wird gegen sie wegen Verstößen gegen das britische Sprengstoffgesetz ermittelt.
Anwohnerin schlägt Alarm
Den entscheidenden Hinweis soll eine Anwohnerin gegeben haben. Sie bemerkte in der Nacht mehrere Männer, die sich in der Nähe von drei weißen Vans verdächtig verhielten. Gegen 0.45 Uhr soll sie zunächst versucht haben, die Polizei des Luftwaffenstützpunkts zu erreichen – offenbar ohne Erfolg. Daraufhin wählte sie den britischen Notruf 999.
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Kurz darauf rückten zahlreiche Einsatzkräfte an. Rund 85 Häuser in der Umgebung wurden vorsorglich evakuiert. Die Bewohner mussten ihre Häuser verlassen und wurden in ein nahegelegenes Freizeitzentrum gebracht.
Ein Anwohner schilderte die dramatischen Szenen: Er sei durch Rufe und die Blaulichter der Polizeifahrzeuge geweckt worden. Vor seinem Haus hätten schließlich fünf Männer mit Handschellen auf dem Boden gesessen.
Verdächtige mussten sich ausziehen
Aufnahmen aus dem Einsatz zeigen die Festgenommenen mit freiem Oberkörper und gefesselten Händen. Die Männer mussten sich offenbar auch Schuhe und Socken ausziehen und wurden von den Beamten durchsucht.
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Ob die Einsatzkräfte dabei einen möglichen Sprengstoffgürtel oder andere gefährliche Gegenstände ausschließen wollten, ist derzeit nicht offiziell bestätigt.
Nach den Festnahmen rückte das Spezialteam der britischen Armee zur Kampfmittelbeseitigung an. Ein Bombenentschärfungs-Roboter untersuchte die drei abgestellten Vans.
Bei der Durchsuchung wurde es besonders brisant: In einem der Fahrzeuge wurden laut Polizei funktionsfähige Brandvorrichtungen und Chemikalien entdeckt.
Drei Vans im Visier der Ermittler
Die drei verdächtigen Transporter standen nur wenige hundert Meter von einem Wohngebiet entfernt. Bilder zeigen geöffnete Hecktüren und offenbar größere schwarze Behälter neben den Fahrzeugen.
Die Polizei errichtete eine weiträumige Sperrzone. Zeitweise waren zahlreiche bewaffnete Beamte, Rettungsfahrzeuge und Feuerwehrfahrzeuge vor Ort. Ein Zugang zum Haupttor der Militärbasis wurde blockiert.
Die Behörden betonen inzwischen, dass der Vorfall unter Kontrolle sei. Die Ermittlungen laufen dennoch weiter.
RAF Fairford ist militärisch besonders wichtig
Der Einsatz sorgt auch wegen des Ortes für Aufsehen. RAF Fairford wird regelmäßig von den US-Streitkräften genutzt und dient als wichtiger Stützpunkt für US-Luftoperationen in Europa.
Die Basis steht zudem im Zusammenhang mit den jüngsten Spannungen im Nahen Osten. Von RAF Fairford aus wurden US-Bomber eingesetzt. Im Juli hatte die iranische Revolutionsgarde Großbritannien davor gewarnt, den USA den Einsatz von Bombern von britischem Boden aus zu ermöglichen.
Die Sicherheitslage rund um den Stützpunkt war bereits zuvor verschärft worden. Berichten zufolge wurde RAF Fairford inzwischen auf eine besonders hohe Alarmstufe gesetzt. Auch andere US-Stützpunkte in Großbritannien sollen ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt haben.
Großbritannien bereits länger in Alarmbereitschaft
Der aktuelle Vorfall kommt zu einer Zeit, in der die militärische Bedeutung von RAF Fairford weiter wächst. Die USA kündigten im Juni Investitionen von rund 500 Millionen Dollar in die Erweiterung und militärische Infrastruktur des Standorts an.
Auch die internationale Flugshow "Royal International Air Tattoo", die im Juli auf dem Gelände stattfinden sollte, wurde abgesagt. Als Grund wurde die angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten und der dadurch gestiegene operative Einsatz der britischen und US-amerikanischen Luftstreitkräfte genannt.
Regierung bestätigt: Vorfall unter Kontrolle
Auch die britische Regierung reagierte auf den Großeinsatz. Innenministerin Shabana Mahmood erklärte, der Vorfall sei nach Einschätzung der Behörden eingedämmt. Sie dankte den Einsatzkräften für ihr schnelles Vorgehen und verwies gleichzeitig auf die laufenden Ermittlungen.
Verteidigungsminister Wes Streeting erklärte ebenfalls, man könne beruhigt sein, dass der Vorfall von den Einsatzkräften bearbeitet werde.
Die fünf festgenommenen Männer befinden sich weiterhin in Gewahrsam. Ob tatsächlich ein Anschlag geplant war und welches konkrete Ziel die Verdächtigen möglicherweise hatten, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
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