Überflutungen

Tornado-Alarm: Schwere Unwetter zerstören Norditalien

Eine Wasserhose bildet sich über dem Meer vor einer Küste im Golf von Genua.
© X/ i_Naveediqbal
Norditalien kämpft mit den Folgen heftiger Unwetter. Im Golf von Genua wüteten mehrere Wasserhosen. Zudem zerstörten Orkanböen die Strandpromenaden.
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Mehrere Monate lang litt Italien unter extremer Hitze und Trockenheit. Nun hat sich das Wetter vor allem im Norden des Landes umgeschlagen. Seit Mittwoch sorgt ein Tiefdruckgebiet in Norditalien und in der Toskana für heftige Unwetter. Wie "Focus" unter Berufung auf "Extremwetter.tv" berichtet, soll im Golf von Genua mehrere Wasserhosen gewütet haben. Zudem haben Orkanböen an den Strandpromenaden Schäden angerichtet.

Aufgrund des Unwetters versanken im beliebten Badeort Lignano Autos unter den Wassermassen. In der Nähe, in Latisana ist sogar eine Frau in ihrem Auto ertrunken. Der Wagen war in einer überfluteten Unterführung eingeschlossen worden. Ein Carabiniere, der nach einem Notruf am Ort eintraf, sprang ins Wasser und konnte die Frau aus dem Fahrzeug bergen. Sie starb dennoch. Der Polizist wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Das Gebiet zwischen Latisana und dem Küstenort Lignano wurde nach heftigen Regenfällen und Gewittern in der Nacht und am Morgen von Überschwemmungen und erheblichen Verkehrsproblemen getroffen.

Probleme mit der Stromversorgung in Triest

Auch der Bahnverkehr in der Region Friaul-Julisch Venetien war stark beeinträchtigt. Nach Angaben des italienischen Bahninfrastrukturbetreibers RFI kam es unter anderem in Triest zu Problemen mit der Stromversorgung. In Portogruaro und Monfalcone wurden Störungen an Weichen und Signalanlagen gemeldet. Die Züge hatten Verspätungen von bis zu einer Stunde. Zwischen Triest und Portogruaro wurden teilweise Ersatzbusse eingesetzt. Techniker arbeiteten an der Wiederherstellung der Bahnanlagen.

In Mailand fielen innerhalb von 24 Stunden in den nördlichen Stadtgebieten sowie im Umland örtlich fast 100 Millimeter Regen. Der Fluss Lambro stieg stark an, in Teilen der Stadt wurden mobile Hochwasserschutzwände eingesetzt. Im Raum Brescia deckte ein Tornado Dächer ab und riss Blechteile fort. In Ligurien trat der Fluss Lavagna an mehreren Stellen über die Ufer. Anrainerinnen und Anrainer wurden aufgefordert, sich in höher gelegene Stockwerke zu begeben.

Schwere Schäden in der Toskana

Besonders schwere Schäden wurden auch aus der Toskana gemeldet. In Viareggio zog ein Tornado über die Küstenregion und beschädigte Badeanstalten, Werften und Wohnhäuser. Die plötzlich auftretenden Sturmböen rissen Sonnenschirme, Markisen und Liegen mit sich. Auch in anderen Teilen der Versilia-Region stürzten Bäume um. In Carrara wurden innerhalb weniger Minuten rund 100 Millimeter Regen registriert.

Der Wetterumschwung folgt auf eine außergewöhnlich lange Hitzeperiode. Eine atlantische Störung bringt kühlere Luft nach Italien und sorgt für einen deutlichen Temperatursturz, gleichzeitig können die großen Temperaturunterschiede die Entstehung kräftiger Gewitter begünstigen. Im Norden sanken die Temperaturen deutlich. Im Süden hält sich die Hitze zunächst noch mit Höchstwerten von bis zu 35 bis 36 Grad.

Nach Einschätzung der Wetterdienste soll sich die Störung bis Freitag und Samstag weiter nach Süden verlagern. Damit dürfte auch in Mittel- und Süditalien die ungewöhnliche Hitze zunächst beendet werden. In Rom wurden bereits heftige Niederschläge gemeldet, die in der Hauptstadt für chaotische Verkehrszustände sorgten.

Unwetter ziehen nach Kroatien und Slowenien

Laut Experten bleibt die Lage in Norditalien in den kommenden Stunden weiterhin angespannt. Meteorologen rechnen, dass auch Slowenien und Kroatien von weiteren starken Unwettern heimgesucht werden. Es drohen kräftiger Regen und eine hohe Gefahr durch Hochwasser. Niederschlagsmengen von bis zu 200 Litern pro Quadratmeter werden erwartet.

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