USA-Reporter

Uhr für Trump tickt: So wird er zur lahmen Ente

Ein Mann im Anzug spricht an einem Mikrofon, eine Person ist unscharf im Hintergrund.
© EPA
Die Amerikaner nehmen am traditionellen "Labor Day"-Wochenende Anfang September Abschied vom Sommer. Danach beginnt ein turbulenter Polit-Herbst. Ein Kommentar von USA-Reporter Herbert Bauernebel.
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Der Countdown zu den "Midterms 2026", den US-Zwischenwahlen für Kongress, Gouverneursposten und lokale Ämter, tickt immer lauter. Selten stand so viel auf dem Spiel – besonders für Donald Trump im Oval Office.

Dem US-Präsidenten droht die politische Entmachtung. Verliert seine Republikanische Partei die Kontrolle über den Kongress, könnte Trump für die letzten zwei Jahre seiner Amtszeit zur "lahmen Ente" werden. Politisch ausrangiert. Die oppositionellen Demokraten hoffen auf die Rückeroberung beider Kongresskammern – Senat und Repräsentantenhaus. Dann könnten sie Trump ab Anfang kommenden Jahres das politische Leben zur Hölle machen: Erwartet werden zahlreiche Untersuchungen, eine Beschneidung seiner Kriegsvollmachten und womöglich neue Anläufe für ein Amtsenthebungsverfahren („Impeachment“).

Trump kann nur hoffen, dass seiner Partei ein Wahlwunder gelingt und der Kongress in republikanischer Hand bleibt. Doch als Zugpferd taugt er derzeit kaum. Im Gegenteil. Vor allem der seit fast einem halben Jahr dauernde Krieg gegen den Iran und die hohen Lebenshaltungskosten zu Hause haben Trump in den Umfragekeller gerissen. Mit durchschnittlich 39,2 Prozent Zustimmung kämpft er mit Rekordablehnung. Teilweise sind seine Werte sogar schlechter als nach dem Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol am 6. Januar 2021 („January 6“).

Besonders Trumps zunehmend erratische Außenpolitik stößt auf breite Ablehnung. Neben dem blamablen Iran-Patt attackierte er gerade das verbündete Südkorea wegen angeblich mangelnder Unterstützung im Nahen Osten – und hebt gleichzeitig seine "exzellenten Beziehungen" zu Nordkoreas Steinzeit-Diktator Kim Jong-un hervor. Gemeinsame US-Manöver mit südkoreanischen Truppen seien deshalb nicht nötig.

All das macht Trump zunehmend zum Klotz am Bein der Republikaner. Bei der Parteipräferenz liegen sie in Umfragen mit 42 zu 48 Prozent klar hinter den Demokraten. Gleichzeitig wächst der Widerstand gegen den verbal immer wilder um sich schlagenden 80-Jährigen auch in den eigenen Reihen. Doch auch die Demokraten sind trotz ihrer Umfrageführung angeschlagen. Der Aufstieg ultralinker sozialistischer Kandidaten sorgt für eine innerparteiliche Zerreißprobe. Lacht also Trump am Ende doch wieder zuletzt?

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