Feuerfestkonzern

2009: RHI mit Umsatz- und Gewinneinbruch

Der Feuerfestkonzern sieht sich nach einem Umsatz- und Gewinneinbruch 2009 für 2010 wieder am Wachstumspfad. Das 4. Quartal 2009 habe erstmals seit Ende 2008 ein klares Umsatzplus gebracht, bis Juni 2010 sei der weitere positive Trend bereits absehbar, sagte Vorstandschef Thomas Fahnemann bei der Präsentation der vorläufigen Zahlen 2009.

Bis das Niveau vor der Krise wieder erreicht wird, werde es aber noch eine Weile dauern: Das 4. Quartal 2009 brachte 337 Mio. Euro Umsatz, unmittelbar vor der Krise waren es im 3. Quartal 2008 noch 414 Mio. Euro.

Das Jahr 2009 hat RHI ein Umsatzminus von 22,5 % auf 1,24 Mrd. von 1,60 Mrd. Euro gebracht. Das EBIT ging um 63,1 % auf 54,8 Mio. Euro zurück. Der Gewinn aus den fortgeführten Geschäftsbereichen brach um 79 % auf 21,4 Mio. Euro ein, womit das verwässerte Ergebnis je Aktie von 2,51 Euro auf 0,52 Euro fiel.

Für eine Dividende seien die Kennzahlen nicht gut genug, sagte Fahnemann. RHI wolle "langfristig" die Eigentümer wieder mit einer Gewinnausschüttung verwöhnen, aber die nächsten "18 bis 20 Monate" gebe es wegen der Krise noch eine Sondersituation. Zudem müsse man überlegen, ob es für die Aktionäre nicht besser sei, Gewinne für Zukäufe statt für Ausschüttungen zu verwenden.

Übernahme-Fantasien in BRIC-Staaten

RHI "analysiert" derzeit die Übernahme von Unternehmen. Namen könne er aber noch nicht nennen, sagte Fahnemann. Besonders interessante Regionen seien Brasilien, sowie Indien und China, in zweiter Reihe Russland. Geld für eine Übernahme sei vorhanden, nachdem RHI seine Nettoverschuldung von 375 Mio. Euro (Ende 2008) auf 233,2 Mio. Euro reduziert habe. Zugleich sei das Eigenkapital um 25 % auf 227,8 Mio. Euro gestiegen. Die Eigenkapitalquote stieg von 13,7 % auf 17,9 %. Das Unternehmen habe keine Wandelanleihen mehr, sagte der neue Finanzchef Henning Eskild Jensen.

Die Zahl der Mitarbeiter sank von 7.766 Ende 2008 auf 6.963 Ende 2009. Knapp 200 Posten fielen in Österreich weg, weitere 200 im restlichen Europa, 250 in Amerika und 150 in Asien. Große Schließungswellen stünden nicht mehr bevor, in einzelnen Fällen könnte es aber noch "Anpassungen" geben, so Fahnemann. RHI werde sein Sparprogramm von 80 Mio. Euro in zwei Jahren übererfüllen: 2009 seien 53 Mio. eingespart worden statt wie geplant 40 Mio. Euro, letztlich dürften es an die 100 Mio. werden.

Als großes Ziel hob Fahnemann die größere Flexibilität in der Produktion hervor. Schon im Krisenjahr 2009 seien 20 % der Kapazitäten "herausgenommen" und nicht "stillgelegt" worden - das bedeute, dass sie zwar nicht produzieren, aber jederzeit wieder aktiviert werden können. Ein Werk in Kanada habe innerhalb von 3 Tagen die Produktion von Null auf 90 % hochfahren können. Dadurch habe RHI auf die anspringende Nachfrage Ende 2009 rasch reagieren können.

In den internationalen Preiskampf im Zuge der Wirtschaftskrise sei RHI nicht eingetreten, sagte Fahnemann. Die Verkaufspreise seien 2009 im Vergleich zu 2008 sogar gestiegen. Dadurch habe das Unternehmen zwar an Menge verloren, in Summe aber Marktanteile gewonnen.

Auch will RHI seine Rohstoffproduktion ausweiten, um damit "am Markt" mehr Umsätze zu generieren. Das soll allerdings nicht für high-tech Spezialprodukte gelten. In China sollen 15 bis 20 Mio. Euro in Kapazitätssteigerungen investiert werden, RHI habe die Schürfrechte, um die Kapazitäten zu verdoppeln.