Aldi will in der Schweiz noch wachsen

Der Konzern sieht Potenzial

Aldi will in der Schweiz noch wachsen

Vor zehn Jahren eröffnete der Dikonter seine ersten Filian in der Schweiz.

Am 27. Oktober 2005 eröffnete Aldi gleichzeitig seine ersten vier Filialen in der Schweiz: In Allschwil, Belp, Oberburg und Agno. Heute betreibt Aldi 178 Läden in der Schweiz - bis zum Jahresende sollen es 180 sein. Der deutsche Diskonter will weiter wachsen.

Nach zehn Jahren in der Schweiz zieht Aldi Suisse ein positives Fazit. "Anfänglich mit einer gewissen Skepsis betrachtet, sind wir nun nach zehn Jahren eine fixe Größe in der Schweizer Detailhandelslandschaft", schreibt Aldi-Sprecher Philippe Vetterli der Nachrichtenagentur sda.

Mit dem Wachstum zeigt sich der Discounter zufrieden. Der bisherige Erfolg bestärke Aldi in seiner weiteren Expansion, schreibt Vetterli. Aldi sehe ein großes Potenzial von bis zu 300 Filialen. Aldi Suisse beschäftigt über 2.500 Mitarbeitende und gehört zum deutschen Diskonter Aldi Süd. Der erste Aldi-Markt, die Abkürzung steht für Albrecht-Discount, wurde 1962 in Deutschland eröffnet.

Nach Schätzungen des Marktforschungsinstituts GFK wuchs Aldi im vergangenen Jahr mit einem Umsatz von 1,7 Mrd. Franken (1,6 Mrd. Euro) zwar um 3 Prozent und gewann damit Marktanteile. Damit wuchs der Diskonter allerdings deutlich langsamer als Konkurrent Lidl, der um 10 Prozent auf 800 Mio. Franken zulegen konnte. Lidl kam nach Aldi 2009 in die Schweiz. Beide Diskonter veröffentlichen jedoch keine Geschäftszahlen.

Die Migros-Tochter Denner wuchs 2014 um 1,5 Prozent auf 2,93 Mrd. Franken, Migros und Coop schafften ein Plus im Einzelhandelsgeschäft von 0,8 beziehungsweise 1,9 Prozent. Insgesamt setzt die Migros 23,05 Mrd. Franken im Einzelhandel um, Coop 17,71 Mrd. Franken.

Laut GFK stagniert der Schweizer Einzelhandel seit 2010. Während der Lebensmittelmarkt verhältnismäßig stabil bleibt, gehen vor allem die Umsätze mit Non-Food-Artikeln wie Elektrogeräten und Möbeln zurück. Die Stagnation trifft vor allem unabhängige Detaillisten und Fachgeschäfte. Die Discounter hingegen breiten sich weiter aus.

Im Kampf um Marktanteile investiert die Branche Millionen in die Werbung. Von Jänner bis September stockten die Detailhändler ihre Werbeausgaben um fast die Hälfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf. Während Migros, Coop und auch Lidl regelmäßig in der Rangliste der Top 10 Werbetreibenden der Marktforschungsfirma Media Focus auftauchen, scheint Aldi diesbezüglich hinterher zu hinken.