Linzer Schienenprojekt: Studie rät zu Kombination

In der Diskussion darüber, ob Linz eine City-S-Bahn oder eine weitere Straßenbahn - den sogenannten Regioliner - bekommen soll, sollen Experten nach einer Studie jetzt zu einem überraschenden Vorschlag gekommen sein: Die Landeshauptstadt soll eine zweite Straßenbahnverbindung von Norden nach Süden und zusätzlich eine Zugverbindung quer durch die Stadt bekommen. Das berichteten mehrere Tageszeitungen.

Anfang des Jahres hat die oberösterreichische Landesregierung eine Expertenkommission damit beauftragt, zu prüfen, wie eine optimale Lösung für den Öffentlichen Verkehr im Großraum Linz aussehen soll. Sie sollte prüfen, ob der Regioliner (eine Straßenbahn vom Linzer Hauptbahnhof bis nach Aigen-Schlägl) oder die City-S-Bahn (Verlängerung der Mühlkreisbahn bis zum Hauptbahnhof) die bessere Variante ist.

Laut den Samstag-Ausgaben von den "Oberösterreichischen Nachrichten" und der "Kronen Zeitung" sollen die Experten nun dazu raten, beide Varianten zu verknüpfen. Einerseits solle die Mühlkreisbahn als Bahn quer durch Linz bis zum Hauptbahnhof geführt werden. Andererseits soll Linz aber auch eine zusätzliche Straßenbahnverbindung bekommen. Sie soll vom Linzer Hauptbahnhof bis Urfahr geführt werden.

Streit seit 20 Jahren

Seit 20 Jahren streiten Politiker nun über den öffentlichen Verkehr Richtung oberes Mühlviertel. Im vergangenen Jahr brachte die Landes-SP als Alternative zur heiß umkämpften City-S-Bahn den Regioliner ins Spiel.

In einer ersten Reaktion auf das Ergebnis der Expertenstudie teilte der SPÖ-Landesvorsitzende Landeshauptmannstellvertreter Erich Haider mit, er freue sich sehr, dass aus der Geheimstudie offenbar hervorgehe, dass das Regioliner-Konzept für gut befunden werde. Damit stehe fest, dass das Projekt Zukunft habe.

Auch die oberösterreichischen Grünen begrüßten am Samstag in einer Presseaussendung die Verknüpfung beider Projekte. "Das kolportierte Ergebnis eröffnet die Chance für den größten Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Großraum Linz und Mühlviertel", so der Grüne Verkehrssprecher und Landtagsabgeordnete Gunther Trübswasser.