Neue Aufgabe für Wolfgang Schäfer

Schäfer zum neuen Conti-Finanzchef ernannt

Die im Kampf gegen Großaktionär Schaeffler ausgedünnte Führungsriege ist wieder komplett und kann sich um die Umschuldung kümmern.

Der neue CFO war zuvor Finanzchef beim Stuttgarter Klimatechnik- und Motorkühlungs-Spezialisten Behr. Die Aufgabe des 50-jährigen Managers wird es sein, den im Zuge der Siemens-VDO-Übernahme vor zwei Jahren aufgetürmten Schuldenberg von 10 Mrd. Euro abzutragen. Dazu ist unter anderem eine 1,5 Mrd. Euro schwere Kapitalerhöhung geplant, die Kreisen zufolge im Frühjahr 2010 kommen soll.

Wolfgang Schäfern kommt zwar von einem nicht börsenotierten Familienunternehmen, aber er hat Erfahrung mit den Kapitalmärkten. So stellte er vor kurzem die Unternehmensfinanzierung von Behr auf neue Beine und organisierte unter anderem den Verkauf von Anleihen bei internationalen Investoren. Die Fußstapfen, in die er tritt, sind allerdings groß - sein Vorgänger Alan Hippe hatte bei Anlegern und Analysten einen sehr guten Ruf.

Weitere Bestellungen

Die Conti-Aufsichtsräte bestimmten zudem den für Diesel-Systeme zuständigen Delphi-Manager Jose Avila (54) zum neuen Vorstand für die kriselnde Antriebsstrang-Technik-Sparte (Powertrain). Der Bereich kam im Zuge der VDO-Übernahme zu Conti und schrieb von Anfang an rote Zahlen. Den hohen Kosten und Problemen bei Projekten etwa mit Einspritzsystemen oder elektronischen Motorensteuerungen begegnete Conti mit einem Umbau-Programm. Im Zuge dessen sank die Mitarbeiterzahl bereits um mehrere Hundert.

Zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden wählten die Conti-Kontrolleure Linde-Chef Wolfgang Reitzle (60). Dem ehemaligen BMW- und Ford-Manager wird zugetraut, die Gräben zwischen Conti und der vergangenes Jahr feindlich eingestiegenen Schaeffler-Gruppe zu schließen.

Der Bestellung war eine öffentliche Schlammschlacht zwischen beiden Unternehmen vorausgegangen. Sowohl Conti-Chef Karl-Thomas Neumann als auch der von Schaeffler an der Spitze des Conti-Aufsichtsrats installierte Rolf Koerfer hatten im Zuge des Streits ihren Hut nehmen müssen.