Neue Untersuchungen bringen Toyota unter Druck

Toyota muss mit Sammelklagen in den USA rechnen

Der weltgrößte Autoproduzent muss nach Unfällen, die durch defekte Bestandteile verursacht worden sein wollen, mit zahlreichen Sammelklagen in den USA rechnen. Tim Howard, ein Bostoner Rechtsprofessor, der Klagen koordiniert, schätzt, dass bis Ende letzter Woche schon 44 "Class Action"-Fälle auf Bundes/Staatsebene eingegangen sind, berichtet die "Financial Times".

Die Klagssumme schätzt Howard auf kumuliert 3,6 Mrd. Dollar, durchschnittlich 600 Dollar pro betroffenem Auto. Ein Gericht in San Diego will am 25. März die Entscheidung über einen einheitlichen Ort für die Abhandlung der Sammelklagen treffen. In einigen Fällen sollen Materialfehler in Toyotas zu Todesfällen und Körperschäden geführt haben.

Vertuschungsvorwurf zurückgewiesen

Der Chef von Toyota hat Vorwürfe zurückgewiesen, Sicherheitsprobleme an Fahrzeugen vertuscht zu haben. "Wir haben niemals etwas verschleiert", versicherte Akio Toyoda. Die US-Behörde für Verkehrssicherheit startete zuvor ein Ermittlungsverfahren wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fußmatten. Sie will herausfinden, ob Toyota schnell genug auf die gefährlichen Defekte reagierte. "Wir haben keine Information zurückgehalten", sagte Toyoda.

Toyota prüft nach Angaben seines für Qualitätskontrolle zuständigen Managers derzeit mögliche Probleme mit der Steuerung bei seinem Erfolgsmodell Corolla. Was genau Ursache für die Beschwerden in den USA ist, sei noch unklar. Sollte es jedoch sicherheitsrelevante Details geben, werde dies zu einem Rückruf führen, sagte Shinichi Sasaki. Toyoda machte unterdessen klar, dass er bei den Anhörungen durch den US-Kongress selbst nicht teilnehmen werde.

In ganzseitigen Anzeigen in lokalen und nationalen Tageszeitungen in Japan entschuldigte sich der weltgrößte Autobauer bei den Kunden für den Rückruf von vier Hybrid-Modellen wegen Bremsenproblemen, darunter der bisherige Verkaufsschlager Prius. 70 bis 80 Prozent der Reparaturen seien bis Ende dieses Monats möglich, sagte der Toyota-Chef.

Toyota startet Qualitätsverbesserung

Toyota wird als Lehre aus dem Rückruf von Millionen von Autos unter anderem wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fußmatten weltweit ein neues Bremssystem in alle zukünftigen Modelle einbauen. Das kündigte Toyota-Chef Toyoda an. Das neue System drosselt den Motor, wenn das Gas- und das Bremspedal gleichzeitig betätigt wird. Bezüglich des Rückrufs des Hybrid-Modells Prius wegen Bremsenproblemen sagte Toyoda, bis zu 80 Prozent der Reparaturen könnten bis Ende dieses Monats durchgeführt werden.

Toyoda will in der kommenden Woche nicht vor dem US-Kongress zu den Problemen Stellung nehmen, wie er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz weiter mitteilt. US-Politiker hatten Toyoda aufgerufen, zu einer Anhörung vor einem Kongressausschuss am 24. Februar zu dem Rückruf von Millionen von Autos wegen technischer Probleme allein in den USA zu erscheinen. Toyoda will sich bei dem Termin von ranghohen Managern seines Unternehmens vertreten lassen.