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bauMax-Verkauf in heißer Phase

Bis zum 18.12. müssen verbindliche Kaufangebote vorliegen.

 Bei der angeschlagenen Baumarktkette bauMax soll der Verkaufsprozess für die Kernländer Österreich, Tschechien und die Slowakei in vollem Gang sein, berichtet das Nachrichtenmagazin "News" in seiner aktuellen Ausgabe. Bereits vor zwei Wochen sickerte durch, dass Deutschlands größte Baumarktkette Obi Gespräche mit den Gläubigerbanken führt.

Laut Magazin müssen bis 18. Dezember 12 Uhr mittags verbindliche Kaufangebote der Interessenten vorliegen. Unverbindliche Angebote waren Ende November abgegeben worden. Neben Obi sollen auch der britische Baumarktkonzern Kingfisher und die französische Handelsgruppe Adeo Interesse bekundet haben. Ausgeschrieben sei der Verkauf der operativen Gesellschaft (OpCo), also das Baumarktgeschäft an sich. Ebenso sei es möglich, nur für die vermieteten Immobilien zu bieten (PropCo), beruft sich "News" auf die Verkaufsunterlagen der italienischen Investmentbank Mediobanca.

Im Juli hatte der Chef von bauMax, Michael Hürter, noch eindringlich betont, dass die bauMax-Gruppe nicht zum Verkauf stand und steht. Es würden weder Gespräche geführt noch sei ein Verkaufsprozess gestartet worden, so Hürter damals. Zuvor war bekannt geworden, dass bauMax-Eigentümer Karlheinz Essl bereits am 25. April 2014 die Verkaufsvollmacht für bauMax und die Kunstsammlung gab. Auch im November erklärte das Unternehmen noch, es gebe keinen Verkaufsprozess.

In einem aktuellen Statement lässt bauMax-Sprecherin Monika Voglgruber laut "News" folgendes ausrichten: "Der bauMax-Vorstand kann zu den Gerüchten möglicher Verkaufsoptionen keine Stellung nehmen, weil dies den Eigentümern obliegt. Aus der Sicht von bauMax wird an der Restrukturierung weitergearbeitet, um diese bis 2016 erfolgreich umzusetzen", bekräftigte Voglgruber auch gegenüber der APA.

Die Sanierung soll in den Ländern Österreich (65 Standorte), Tschechien (24) und der Slowakei (14) greifen. Die Marke bauMax könnte daher sogar erhalten bleiben, schreibt "News". Die Tochtergesellschaften in Ungarn (14 Märkte) und Slowenien (3) seien bereits im Sommer in einem eigenen Verkaufsprozess angeboten worden. Auch wenn das Unternehmen hier zeitlich schon weiter ist, sind die Märkte dort bei weitem nicht so interessant. In Kroatien (7) dürfte der Abschied wohl noch länger dauern. Die Gesellschaften in Rumänien (15 Märkte) und Bulgarien (8) wurden bereits verkauft. Die sieben Standorte in der Türkei werden derzeit geschlossen.

Auch wenn die Gläubigerbanken der Kette nun den Ausverkauf starten, dürften sie nicht ungeschoren davonkommen. Das "Worst-Case"-Szenario der Banken wäre ein Verlust von bis zu 400 Mio. Euro, so "News". Realistisch sei eine Gesamtabschreibung von 250 bis 270 Mio. Euro.

Die 7.000 Werke umfassende "Sammlung Essl" wurde mit Hilfe des Industriellen Hans Peter Haselsteiner um 117 Mio. Euro aus dem Unternehmen herausgekauft. Davon hat bauMax laut "News" in zwei Tranchen insgesamt 35 Mio. Euro zur Liquiditätssteigerung erhalten. Der Rest ging als Tilgung an die Banken. Haselsteiner bezahlte 55 Mio. Euro, 62 Mio. Euro kamen durch die Versteigerung von Essls Kunstwerken in London herein. 60 Prozent an der Sammlung besitzt nun Haselsteiners Privatstiftung, die restlichen 40 Prozent jene des Ehepaars Karlheinz und Agnes Essl.