Bernanke dürfte US-Notenbankchef bleiben

Ben Bernanke bleibt Chef der US-Notenbank

Ben Bernanke bleibt für weitere vier Jahre Chef der US-Notenbank. US-Präsident Obama werde den 55-jährigen Wirtschaftsprofessor noch am Dienstag für eine zweite Amtszeit nominieren, hieß es in der vergangenen Nacht aus hochrangigen Kreisen der US-Regierung. Eine erneute Berufung Bernankes hatte zuletzt als unsicher gegolten.

Obama werde seinen Urlaub unterbrechen und um 15.00 Uhr (MESZ) seine Entscheidung verkünden, sagte ein Mitarbeiter des Weißen Hauses in Washington. Er werde dabei Bernankes Verdienste bei der Bewältigung der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten herausstellen. In dem für die Verkündung vorbereiteten Redetext lobt Obama Bernankes Strategie zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Bernankes musste zuletzt um seine Wiederernennung fürchten. Grund war seine umstrittene Rolle beim Notverkauf von Merrill Lynch an die Bank of America. Auch seine Rolle bei der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers ist nicht völlig unumstritten: Kritiker werfen ihm vor, er habe sie nicht verhindert, obwohl die weltweiten Schockwellen absehbar gewesen seien.

Es hatten sich zudem zuletzt Stimmen gemehrt, wonach Obama seinem Wirtschaftsberater Lawrence Summers den wichtigen Posten an der Spitze der Notenbank übertragen könnte. Bernanke war noch von Obamas Vorgänger George W. Bush ernannt worden. Seine Amtszeit endet Ende Jänner 2010. Eine Wiederernennung muss vom Senat bestätigt werden.