Die Österreicher greifen so oft wie nie zu Bio: 2025 erreichen die Ausgaben ein All-Time-High von fast 12 Prozent Marktanteil. Besonders gefragt: regionales Bio mit rot-weiß-rotem AMA-Biosiegel. Selbst Fleisch legt kräftig zu – nur bei Schwein gibt’s einen kleinen Dämpfer.
Auf der Weltleitmesse BIOFACH in Nürnberg präsentierte die AMA-Marketing die neuesten RollAMA-Zahlen – und die haben es in sich.
Die Einkaufsmengen heimischer Haushalte stiegen 2025 um 2,3 Prozent, die Ausgaben sogar um 6,5 Prozent. Im Schnitt investierte jeder Haushalt rund 360 Euro in Bioprodukte. Der Bio-Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt kletterte auf knapp 12 Prozent – ein neuer Höchststand. Die Kaufzurückhaltung der Inflationsjahre ist damit Geschichte.
Mehl bei 30 Prozent, Fleisch über 8 Prozent
Besonders stark zeigt sich Bio bei einzelnen Warengruppen:
• Mehl erreicht einen Bio-Anteil von 30 Prozent
• Fleisch knackt erstmals die 8-Prozent-Marke
• Zuwächse bei Rind-, Kalb- und Hühnerfleisch
• Leichter Rückgang bei Schwein und Pute
Auffällig: In größeren Städten wird deutlich mehr Bio gekauft als am Land.
Regional schlägt alles: Herkunft wird Kaufargument Nummer 1
Eine Motivanalyse mit mehr als 1.500 Befragten zeigt:
• Über 50 Prozent konsumieren mindestens einmal pro Woche Bio
• 15 Prozent greifen fast täglich zu
• Ein Drittel kauft mehrmals wöchentlich
Die wichtigsten Gründe:
- Frei von Chemie und Pestiziden
- Natürliche Produktion
- Artgerechte Tierhaltung
- Regionale Herkunft
Für die Hälfte der Befragten ist regionales Bio ein besonders starker Kaufanreiz.
AMA-Biosiegel als Orientierung
43 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten sehen im AMA-Biosiegel eine wichtige Orientierungshilfe.
Das rot-weiß-rote Siegel garantiert:
• Österreichische Rohstoffe
• Verarbeitung in Österreich
• Strengere Vorgaben als das EU-Bio-Logo
Gerade bei Fleisch gilt: Nur Tiere, die in Österreich geboren, gemästet, geschlachtet und verarbeitet wurden, dürfen das Siegel tragen.
Mega-Kampagne mit 126 Millionen Werbekontakten
Mit Dezember 2025 startete die größte Kampagne in der Geschichte der AMA-Marketing.
Online, TV, Radio, Streaming und Out-of-Home – allein im Dezember wurden 126 Millionen Werbekontakte erzielt. 87 Prozent der Bevölkerung wurden erreicht. Geschäftsführerin Christina Mutenthaler-Sipek bringt es auf den Punkt: Bio sei heute eine „selbstverständliche Wahl“, wenn Herkunft, Qualität und Vertrauen zusammenkommen.
Branchenexperte Jan Niessen (bild Mitte) sieht Österreich in puncto Bio als Vorbild für den europäischen Biomarkt.
Österreich als Bio-Vorreiter EuropasAuch international sorgt Österreich für Aufmerksamkeit. Beim Vortrag auf der BIOFACH lobte Branchenexperte Jan Niessen die Alpenrepublik als Vorbild im europäischen Biomarkt. Das Ziel von 25 Prozent Bio-Landwirtschaft sei hier nicht nur erreichbar – sondern teilweise schon übertroffen.