China-Affäre ist nächste Baustelle für JPMorgan

Die US-Großbank JPMorgan kommt nicht aus den Schlagzeilen: Nach dem milliardenschweren Handelsskandal um den sogenannten "Wal von London" und Klagen wegen umstrittener Hypothekengeschäfte und Preisabsprachen im Metallmarkt steht jetzt der Vorwurf der Vetternwirtschaft in China im Raum.

Die "New York Times" deckte am Wochenende auf, dass die US-Börsenaufsicht SEC prüft, ob JPMorgan in China vor allem deshalb lukrative Aufträge gewonnen hat, weil die Bank in Hongkong Kinder prominenter Landsleute anstellte. Konkret gehe es um mindestens zwei Fälle, die jetzt näher beleuchtet würden. Das US-Recht verbietet es Unternehmen zwar nicht, politisch gut vernetzte Mitarbeiter anzustellen. Kritisch wird es aber dann, wenn die Anstellungen mit dem Zweck erfolgen, daraus neue Geschäftsbeziehungen zu generieren. JPMorgan in Hongkong erklärte lediglich, mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

In einem Fall steht laut "New York Times" der staatlich kontrollierte Finanzdienstleister China Everbright Group im Fokus. JPMorgan stellte den Recherchen zufolge Tang Xiaoning an, Sohn des Chairman der China Everbright Group - und gewann danach eine Reihe von wichtigen Aufträgen. Ähnlich gelagert ist der Fall von Zhang Xixi, Tochter eines ehemals einflussreichen Angestellten einer Firma, die das staatliche Eisenbahnnetz ausbaut. PMorgan stellte Zhang an - und sicherte sich später das Mandat für den Börsengang des Unternehmens. Sowohl Tang als auch Zhang arbeiten inzwischen nicht mehr bei JPMorgan.

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