100-köpfiger Ermittlertrupp zur Hypo-Aufarbeitung

Mangelnder Einsatz

"CSI Hypo" im Kreuzfeuer der Kritik

In der Causa Hypo kritisieren leitende Ermittler mangelnden Einsatz und Kooperation der von Minister Pröll eingesetzten "CSI Hypo“.

Bereits vor einem Monat hat Finanzminister Josef Pröll unter dem Namen CSI Hypo eine 100 Mann starke Ermittlungstruppe eingesetzt, die neben Staatsanwaltschaft und SoKo Hypo in Sachen Hypo ermitteln soll.

Jetzt hagelt es Kritik an der Arbeit den Finanzexperten, die unter der Leitung der Finanzprokuratur bankinterne Vorgänge der vergangenen Jahre prüfen und bis Herbst Ergebnisse liefern soll. Nichts von diesen Ermittlungen sei spürbar, man vermisse auch die Kooperation, so die Kritik.

"CSI Hypo? Die kenne ich nur aus den Medien"


Der leitende Staatsanwalt Gottfried Kranz dazu: "Minister Pröll hat einmal etwas darüber gesagt, aber ich habe nie jemanden gesehen. Ich habe keine Ahnung, wer das ist.“

Auch SoKo-Hypo-Leiter Bernhard Gaber sagt gegenüber ÖSTERREICH: „Ich kenne diese Gruppe nur aus den Medien. Vielleicht sind die so im Stress, oder sie halten es nicht der Mühe wert, mit uns zusammenzuarbeiten.“

CSI-Hypo-Chef Wolfgang Peschorn verteidigt sich: "Es hat schon drei Besprechungen mit der Staatsanwaltschaft Klagenfurt gegeben, wir sind in der Causa Hypo mit Koordinationsaufgaben betraut.“

Auch Harald Waiglein, Sprecher im Finanzministerium, weist die Kritik im Gespräch mit ÖSTERREICH zurück: "Sobald die für privatrechtliche Dinge zuständigen Ermittler strafrechtlich relevante Daten finden, geben sie diese an die Staatsanwaltschaft weiter, wie etwa im Fall des Klagenfurter Stadions geschehen.“

Bis Ende März muss die Hypo jedenfalls ein Restrukturierungskonzept nach Brüssel schicken. Und bis Ende dieser Woche läuft die Bewerbungsfrist für die vier neuen Hypo-Vorstände.