Danone klagt AMA wegen Joghurt-Werbung

Der französische Lebensmittelkonzern Danone hat gegen die Agrarmarkt Austria eine Unterlassungsklage eingebracht, weil die AMA derzeit damit wirbt, dass jedes Joghurt die Abwehrkräfte stärkt. Diese Wirkung reklamiert Danone aber exklusiv für sein "Actimel". Die AMA hat einen entsprechenden Bericht der "Kronen Zeitung" auf APA-Anfrage bestätigt.

Danone will, dass das Handelsgericht Wien mittels einstweiliger Verfügung die AMA zur sofortigen Einstellung ihrer Kampagne verpflichtet. Diese sei wettbewerbswidrig, weil sie sich einseitig gegen die Werbeaussagen der Danone-Produkte Actimel und Activia richte, so die Franzosen.

Die AMA habe eine Stellungnahme abgegeben und beruft sich laut Bericht auf diverse internationale wissenschaftliche Studien, wonach im Grunde jedes Joghurt positiv für die Gesundheit sei. Mitte Mai sei mit einer Entscheidung in dieser Causa zu rechnen, hieß es zur APA.

Tatsächlich kämpft Danone aber europaweit mit diesem Problem. Die EU verlangt nämlich jetzt Nachweise für solche gesundheitsbezogene Angaben bei Nahrungsmitteln. Seine Anträge dafür bei der EU-Lebensmittelsicherheitsagentur hat der Konzern jedoch jüngst zurückgezogen, und in Frankreich sowie England wurde die Werbung bereits umgestellt.

Für die Franzosen geht es dabei um sehr viel: Milchprodukte machen 60 Prozent ihres weltweiten Gesamtgeschäftes aus, wobei alleine die beiden nun umstrittenen Produkte im Vorjahr satte 3,7 Mrd. Euro Umsatz brachten. Auch in Österreich ist Activia das meistverkaufte Joghurt.