Deutsche Bank kann mit Erleichterungen rechnen

Die Bankenregulierer kommen der Deutschen Bank bei der Erfüllung der kritischen Verschuldungsquote offenbar entgegen. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht will nun doch großzügiger sein, was die Berechnung der Bilanzsumme betrifft, auf deren Basis die Leverage Ratio berechnet wird, wie eine mit den Beratungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstagabend sagte.

Die Regulierer treffen sich derzeit in Hongkong, um über die weitere Ausgestaltung der Basel-III-Regeln zu beraten. Banken sollen von 2018 an Eigenkapital in Höhe von mindestens drei Prozent der Bilanzsumme vorhalten, unabhängig davon, wie riskant die damit verbundenen Geschäfte sind.

Damit wollen die Bankenaufseher verhindern, dass sich die Institute über Gebühr aufblähen. Doch die Bilanzsumme wird nach den beiden internationalen Rechnungslegungsstandards deutlich unterschiedlich berechnet. Abweichungen gibt es vor allem bei Derivaten. Das in den USA gebräuchliche US-GAAP erlaubt eine Verrechnung (Netting) von gegenläufigen Derivate-Positionen zur Absicherung von Risiken. Nach dem in Europa verbreiteten IFRS ist das nicht erlaubt. Die Deutsche Bank kommt dadurch nach US-GAAP auf eine Bilanzsumme von rund 1,2 Billionen Euro, nach IFRS sind es rund zwei Billionen. Damit bräuchte sie deutlich mehr Kapital als ihre US-Konkurrenten wie JP Morgan, um die Leverage Ratio einzuhalten.

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