Deutscher Aufschwung trotz Gegenwind stabil

Trotz der Ukraine-Krise bleibt der Aufschwung in Deutschland nach Ansicht der Konjunkturforscher des Kieler IfW intakt. In ihrer am Donnerstag vorgelegten Prognose sehen sie insbesondere die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) als Stütze für das Wachstum, da sie für anhaltend günstige Kreditbedingungen für Verbraucher und Firmen sorge.

Nach dem Schrumpfen im Frühjahr werde die Wirtschaft im laufenden dritten Quartal nur vor sich hindümpeln, doch bereits zum Jahresende wieder anziehen. Für das Gesamtjahr sagt das Institut ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,4 Prozent voraus.

"Im kommenden Jahr wird der Aufschwung weiter an Fahrt gewinnen, vorausgesetzt, die politischen Spannungen lassen nach und es gibt keine neuen Hiobsbotschaften von der Krise im Euroraum", erklärten die Kieler Forscher. Dann dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 1,9 Prozent zulegen, wobei die größten Impulse von der Binnenkonjunktur kommen werden. Damit senkte das Institut - wie zuletzt schon andere Ökonomen - seine Wachstumsprognose deutlich. Bisher hatten die Kieler für 2014 ein Plus von 2,0 und für 2015 von 2,5 Prozent veranschlagt.

Im nächsten Jahr werden sich demnach auch die Rahmenbedingungen für die deutschen Exporteure verbessern. "So wird wohl insbesondere die Erholung im Euroraum etwas Fahrt aufnehmen und die Ausfuhren stimulieren", schreibt das Institut für Weltwirtschaft (IfW). Ein Risiko für die deutschen Exporte bestehe aber bei einer weiteren Eskalation der Spannungen zwischen der Ukraine und Russland. Massive Belastungen würden sich ergeben, wenn die Handelssanktionen gegenüber Russland deutlich verschärft würden oder die Konjunktur in vielen osteuropäischen Ländern stark beeinträchtigt würde.

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