Digital-Marketing: Kongress erörtert Perspektiven

Das Volumen des digitalen Marketings hinkt noch immer der Bedeutung der digitalen Medien hinterher. Zu diesem - nicht ganz neuen - Schluss kamen die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion beim "Summit 09. Österreichs Digital-Marketing-Kongress". Am Donnerstag und Freitag (17. Juli) diskutieren mehr als fünfzig Experten in der Wiener Nationalbibliothek über den Status Quo und Zukunftsaussichten des digitalen Marketings in Österreich.

Insgesamt entwickle sich der Onlinemarkt auf niedrigem Niveau sehr gut, hieß es. Thomas Prantner, Onlinedirektor des ORF, hofft, dass der Anteil der Online-Werbeeinnahmen im kommenden Jahr von sieben auf zehn Prozent gesteigert werden kann. Wichtig sei dafür, dass Online-Werbung auf gleicher Augenhöhe wie Fernsehen und Radio stattfinde. Dazu habe man vor kurzem die Vermarktung der ORF-Onlinewerbung in die Vermarktungstochter Enterprise eingegliedert, was laut Prantner eine wichtige Entscheidung war.

Dass digitale Medien nicht nur als Werbeplattformen sondern auch als Marketinginstrument für andere Medien dienen können, zeigte ORF-Moderator Armin Wolf in seiner Eröffnungsrede auf. Vor geraumer Zeit habe er sich überlegt, wie man die jüngere Generation für die ORF-Nachrichten begeistern könnte und hat das Twittern als Marketinginstrument entdeckt. Mehr als 6.500 Österreicher verfolgen tagtäglich, was der Anchorman unter www.twitter.com/arminwolf schreibt - im Vergleich zu seiner Zuschauerzahl in der ZiB 2 sind das natürlich "lächerlich wenig" - für österreichische Twitter-Verhältnisse sind es allerdings enorm viele sogenannte Follower.

Wolf geht davon aus, dass sein Twitter-Auftritt einen deutlichen Imagegewinn für die "ZiB 2" gebracht hat. Er selbst profitiere von seinen Followern, mit denen er sich über Interviewfragen und tagesaktuelle Themen austauscht. Grundsätzlich ist ihm aber bewusst, dass Twitter bei weitem nicht die Öffentlichkeit hat, wie klassische Medien. Das betreffe auch andere digitale Medienformen, wie etwa Blogging. Auch hier bekomme man nur eine entsprechende Reichweite, wenn die Themen von traditionellen Medien übernommen werden. Fraglich sei auch, ob Zeitaufwand und Nutzen in einem korrekten Verhältnis stehen.