4.000 Mitarbeiter im ORF verursachen insgesamt rund 400 Mio. Personalkosten, das Durchschnittsgehalt kratzt an der 100.000 Euro-Grenze. Jetzt prüft der Rechnungshof.
Der Rechnungshof hat eine umfassende Gesamtprüfung des ORF gestartet – erstmals seit 2008. Im Zentrum steht der Personaleinsatz beim rund 4000 Stellen schweren Medienkonzern. Allein im Mutterhaus arbeiten etwa 3000 Vollzeitkräfte, dazu kommen über 1000 in Tochterfirmen. Die Personalkosten liegen bei rund 400 Mio. Euro pro Jahr – bei Gesamtausgaben von über 1 Milliarde Euro.
Das Durchschnittsgehalt kratzt an den 100.000 Euro, oe24 berichtete.
Prüfer durchleuchten auch Haushalts-Abgabe
Der Rechnungshof nimmt den ORF im Rahmen einer Gesamtprüfung unter die Lupe. Das bestätige ein RH-Sprecher dem "Standard". Ein Fokus liege auf dem Personaleinsatz, schreibt die Tageszeitung.
Bereits seit längerem ist eine Rechnungshof-Prüfung zur Umstellung von der gerätegekoppelten GIS-Gebühr auf den nunmehrigen ORF-Beitrag am Laufen. Dabei geht es um die umstrittene Haushalts-Abgabe in Höhe von rund 200 Euro pro Jahr.
Brisant: Ergebnisse sind erst nach der ORF-Generalswahl im August 2026 zu erwarten
Ein Roh- oder Endbericht kommt damit zu spät für echte Konsequenzen bei der anstehenden Neubestellung der ORF-Spitze. Kritiker sehen darin erneut politischen Sprengstoff und Raum für Spekulationen.
Einsparungen
ORF-Chef Roland Weißmann kündigte erst im Dezember weitere Einsparungen und Stellenabbau an – wohl in TV, Radio und Online. In der Budgetsitzung des Stiftungsrats sagte Weißmann, dass er 50 Stellen dauerhaft einsparen möchte. Der ORF hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren hunderte Jobs abgebaut. Die aktuellen Gehaltsabschlüsse im ORF zählten in den vergangenen Jahren zu den geringsten im Land - zugleich verdienen altgediente ORFler im Branchen-Vergleich sehr gut. Bemängelt werden von Insidern die Gehälter von "weißen Elefanten" - dabei handelt es sich um Rundfunk-Bürokraten, die Unsummen verdienen und dabei gar kein wirkliches Aufgabengebiet mehr haben sollen.
Die Kernfrage für die Prüfer bleibt jene: Ist der ORF mit Milliardenbudget und Pflichtbeitrag zu aufgebläht organisiert? Mit Spannung erwartet man die Ergebnisse des Berichts und welche Maßnahmen womöglich empfohlen werdem.