Auch Senioren kommunizieren via Email

Hälfte der Senioren ist im Internet aktiv

"Lesen, Schreiben und Rechnen reicht in der heutigen Zeit nicht mehr aus. Das Internet ist zur unverzichtbaren Kulturtechnik geworden", erklärte Heinz Becker, Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes, bei der Präsentation der Studie "Internet und Senioren: Fenster in die Welt versus digitaler Graben".

Die repräsentative Studie der GfK Austria zeigt, dass das Internet von Älteren hauptsächlich zum Kommunizieren via Email oder für Recherchen benutzt wird. Am häufigsten surfen Senioren vor allem zu Hause.

2009 nutzten bereits 57 % aller Befragten über 60 das Internet mehrmals täglich oder fast täglich in den eigenen vier Wänden. Nur 9 % gingen dort seltener als einmal pro Monat oder nie online. Nur zehn Prozent waren noch berufstätig und nutzten vom Arbeitsplatz aus das Internet. Die Möglichkeiten mobil mittels eines Laptops oder Handys, bei Freunden und Bekannten oder an öffentlichen Plätzen online zu surfen nimmt die ältere Generation kaum wahr.

Die wichtigste Funktion die das World Wide Web den Senioren bietet, ist das Empfangen und Versenden von Emails. Mit rund 80 Prozent liegt die Kommunikation an erster Stelle gefolgt vom einfachen Surfen im Internet und dem Suchen von speziellen Informationen mit Hilfe einer Suchmaschine.

Bereits 32 % wickelten ihre Bankgeschäfte über den Computer ab. Die Unterhaltung spielt mit 26 % bei dieser Altersgruppe nur eine geringe Rolle, allerdings wurden zu den Online-Diensten lediglich 645 Personen befragt. "Hier sieht man ein typisches Bild der eingeschränkten Funktion des Internets für Senioren. Mit zunehmender Vertrautheit der Materie würde sich das ändern", erklärte Rudolf Breitschneider, Geschäftsführer der GfK Austria.

Formulare für Amtswege

Funktionen wie Einkaufen, Buchen von Reisen oder Foto- und Video-Sharing werden äußerst selten von der Generation 60-Plus genutzt. Allerdings besteht der Wunsch, Formulare für Amtswege online besorgen zu können und Informationen herauszufinden, welche Stelle für etwas zuständig ist. Nichtnutzer gaben als häufigsten Verweigerungsgrund (43 %) für ihr Verhalten an, dass sie das Internet vermeiden wollen und lieber Menschen aus der jüngeren Generation bitten, Online-Vorgänge zu erledigen.

36 % interessiert es schlicht nicht genug und 34 % gaben an, sich nicht ausreichend damit auszukennen. 30 % haben technisch keine Ausrüstung und somit keine Möglichkeit, online zu gehen. Rund ein Viertel hat nicht genügend Geld für einen Internetanschluss. "Noch immer sind eine Million ältere Menschen vom Internet praktisch ausgeschlossen. Diese Diskriminierung kann so nicht weitergehen", erklärte Becker und forderte gezielte Maßnahmen für Senioren.