Telefonica erhöht Dividende

Trotz einer geplanten Milliarden-Übernahme will Europas größter Telekomkonzern Telefonica 2010 mehr Dividende zahlen. Je Aktie sollten die Anteilseigner im kommenden Jahr 1,40 Euro erhalten, nach 1,15 Euro in diesem Jahr, teilte die spanische O2-Mutter auf ihrem Investorentag mit. Das ist deutlich mehr, als Analysten mit 1,27 Euro erwartet hatten.

Zugleich sagten die Spanier von 2008 bis 2012 jährliches Umsatzwachstum von einem bis vier Prozent und eine Steigerung des Betriebseinkommens um vier bis sieben Prozent voraus. Das Unternehmen senkte aber seine Ergebnisprognose für das kommende Jahr: Je Aktie werde nun als "Minimalziel" ein Gewinn von 2,10 Euro angepeilt - zuvor waren es 2,30 Euro.

Mit diesen deutlich über den Erwartungen liegenden Prognosen habe Telefonica die Märkte wieder einmal überrascht, sagte Banesto-Analyst Juan Testa in einer ersten Einschätzung. Im Laufe des Tages fragten sich aber viele Anleger, ob die Ziele realistisch sind. Die Telefonica-Aktie notierte in Madrid nach starkem Auftakt 0,8 Prozent im Minus.

Die Spanier hatten diese Woche rund 2,6 Mrd. Euro in bar für das brasilianische Telekom-Unternehmen GVT geboten und damit den französischen Medienriesen Vivendi überboten. Mit GVT will Telefonica seine Präsenz in Lateinamerika stärken. Der Markt gilt als bedeutender Wachstumstreiber. Experten gehen davon aus, dass dort bis 2012 bis zu 140 Millionen neue Mobilfunkkunden gewonnen werden können, da die Bevölkerung in der Region wohlhabender wird. Telefonica zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass sich der Heimatmarkt Spanien bis 2011 erholen wird.

Telefonica bekräftigte zugleich sein Interesse an der deutschen Telecom Italia-Tochter Hansenet. "Wir reden mit Telecom Italia. "Es gibt einen willigen Verkäufer und einen willigen Käufer, aber es scheint keinen Preis zu geben, den wir akzeptieren können", sagte der für das Europageschäft zuständige Manager Matthew Keys. Zufrieden zeigte sich das Unternehmen aber über die sonstige Zusammenarbeit mit den Italienern. Die Allianz sei sehr profitabel für beide Partner, sagte Telefonica-Chairman Cesar Alierta. Vor Steuern könnte ein Gewinn von 300 Mio. Euro herausspringen.