EZB-Direktorin verteidigt Kreditregister

Heftige Kritik

EZB-Direktorin verteidigt Kreditregister

Pläne für Total-Erfassung von Problem-Darlehen in einem Kreditregister ad acta gelegt.

EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger hat das geplante Kreditregister AnaCredit gegen Kritik verteidigt. Daten zu Darlehen spielten für die Europäische Zentralbank eine besondere Rolle, sagte die deutsche Währungshüterin am Dienstagabend in Frankfurt. In der Eurozone finanzierten sich Firmen hauptsächlich über Kredite. Kleine und mittlere Unternehmen stützten sich fast ausschließlich darauf.

AnaCredit als zentrale Rolle

Dies spiegele sich auch in den Bankbilanzen wider. Deshalb seien detaillierte und qualitativ hochwertige Informationen für die Geldpolitik und die Finanzstabilität sehr wichtig. "Daher bin ich überzeugt, dass AnaCredit eine zentrale Rolle bei der Unterstützung unserer Schlüsselfunktionen als Zentralbank spielen wird", fügte Lautenschläger hinzu.

Heftige Kritik

Nach heftiger Kritik aus Deutschland hatte die EZB Pläne für die Total-Erfassung von Problem-Darlehen in einem Kreditregister ad acta gelegt. Sie will sich im Rahmen des Registers auf eine Meldegrenze für Problemkredite ab einer Summe von 25.000 Euro beschränken. AnaCredit soll am 30. September 2018 starten. Die EZB hofft, dass sie mit den vielen Kreditdaten besser beurteilen kann, wie sich ihre Geldpolitik auf die Realwirtschaft auswirkt. Viele Banken befürchten jedoch einen hohen bürokratischen Aufwand. Für die Kontrolle der Geldhäuser sind die Daten aus Sicht der deutschen Finanzaufsicht ohnehin nicht nötig.