ATX gibt im späten Handel weiter nach

Wiener Börse

ATX gibt im späten Handel weiter nach

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Schwache ZEW-Konjunkturerwartungen belasten.

Die Wiener Börse hat am Dienstag mit tieferen Notierungen geschlossen. Der ATX fiel 14,29 Punkte oder 0,57 Prozent auf 2.478,39 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 27 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.505 Punkten.

Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York +0,09 Prozent, DAX/Frankfurt +0,49 Prozent, FTSE/London +0,16 Prozent und CAC-40/Paris +0,18 Prozent.

Nachdem noch gute Vorgaben aus Übersee gestützt hatten, ließen am späten Vormittag die enttäuschenden ZEW-Konjunkturerwartungen den ATX ins Minus rutschten. Auch Spekulationen über eine mögliche Zinssenkung seitens der Europäischen Zentralbank konnte den heimischen Leitindex kaum stützen. Nach durchwachsenen US-Konjunkturdaten baute er bis Handelsschluss seine Verluste sogar noch etwas aus.

Im ATX legten heute OMV ihre Zahlen für das erste Quartal 2014 vor. Der Öl- und Gaskonzern hat sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis deutlich verloren. Der Umsatz ging um neun Prozent auf 9,825 Mrd. Euro zurück, das Betriebsergebnis (EBIT) brach um 46 Prozent auf 675 Mio. Euro ein, wie die OMV Dienstag früh mitteilte. Der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (CCS EBIT) vor Sondereffekten sank auf 668 Mio. Euro (-21 Prozent). Von der APA befragte Analysten hatten allerdings mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Die Aktien sackten bis Handelsschluss um 1,48 Prozent auf 32,02 Euro.

Ein Analyst von Kepler Cheuvreux bezeichnete die Zahlen als "in line mit den Erwartungen". Generell sei die Marktumgebung in fast allen Geschäftsbereichen der OMV schwierig. Einerseits belastete der milde Winter in Europa das Gas & Power Geschäft, andererseits wäre im Bereich Refining & Marketing das Überangebot ein Problem. Positiv hervorzuheben sei im Segment Exploration & Production die erstmals konsolidierte Produktion in Norwegen. Der Aktie dürfte heute auch helfen, dass in Libyen erstmals seit Monaten wieder produziert wird, auch wenn unklar ist, wie der Streit zwischen Rebellen und der Zentralregierung weitergehen wird.

Die Wertpapierexperten der Citigroup sehen das Kursziel für die Aktien der OMV nach den Zahlen bei 35,00 Euro. Das Votum lautet auf "Neutral". Während die Einnahmen des ersten Quartals 2014 etwas über den Markterwartungen gelegen seien, weisen die operativen Ergebnisse auf die Herausforderungen hin, denen das Unternehmen gegenübersteht, schreiben die Analysten der Citigroup. So sei im Upstream-Geschäft die Erholung der Produktion in Libyen nicht deutlich sichtbar gewesen, was zu einer Reduktion des Produktionsausblicks um drei Prozent geführt hätte.

Unter den weiteren Schwergewichten fielen Andritz um 1,83 Prozent auf 42,64 Euro. voestalpine verbilligten sich um 1,46 Prozent auf 33,83 Euro und Raiffeisen fielen 0,93 Prozent auf 22,29 Euro, während Erste Group gut behauptet 0,04 Prozent höher bei 23,76 Euro schlossen.

Im Streit zwischen dem bulgarischen Energieregulator und den ausländischen Stromversorgern EVN, CEZ und Energo-Pro zeichnet sich nun eine Wende ab: Statt eines Entzugs ihrer Betriebslizenzen würden den Stromgesellschaften nun hohe Geldstrafen drohen, schreibt die bulgarische Tageszeitung "Kapital" am Dienstag. Eine endgültige Entscheidung sei aber nicht vor den EU-Wahlen am 25. Mai zu erwarten. EVN-Papiere reduzierten sich 1,46 Prozent auf 10,15 Euro.

Valenva knickten als schwächster Wert im prime market um 3,85 Prozent auf 6,00 Euro ein. Der Biotechnologiekonzern meldete für das erste Quartal 2014 einen Nettoverlust von 7,1 Mio. Euro.

 

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