Zwangsumstieg droht
AUA kündigt Bord-KV auf
Bei der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) eskaliert die Auseinandersetzung zwischen Unternehmen und Belegschaft um neue Kollektivverträge (KV). Am Mittwoch hat die Austrian überraschend den Bord-KV aufgekündigt. Damit droht 2.300 der 6.000 Mitarbeitern der Airline-Gruppe ein Zwangsumstieg auf den um 20 bis 25 Prozent billigeren Tyrolean-KV, sollte mit der Gewerkschaft nicht doch noch eine Einigung auf eine, wie es heißt, "Modernisierung" des jetzigen KV für das fliegende Personal (Piloten, Flugbegleiter) möglich sein. Die letzten Gespräche waren am Dienstag gescheitert, ein für Mittwoch geplantes Treffen kam gar nicht mehr zustande.
Mit der Aufkündigung des Bord-KV - genannt "Betriebsübergang zur Tyrolean Airways" - zieht die AUA die Reißleine. Ende Februar will das Unternehmen nämlich Klarheit haben, ob auch via Kollektivvertrag Einsparungen möglich sind. Am 29. Februar findet die entscheidende Aufsichtsratssitzung statt, bis zu der klar sein soll, ob es wirtschaftlich eine Basis für eine Zukunft der AUA gibt. Dafür will der Vorstand etwa die automatischen Gehaltsvorrückungen, das alte Abfertigungsrecht und die teuren Pensionsregelungen wegbringen. Davon hängt ab, ob die AUA-Mutter Lufthansa bereit ist, der rot-weiß-roten Tochter bei der geplanten Umstellung der Mittelstreckenmaschinen von Boeing auf Airbus ("Umflottung") unter die Arme zu greifen.
"Vorsorgliche Maßnahme"
Wenngleich die AUA ihren Schritt der KV-Aufkündigung nur als "vorsorgliche Maßnahme" vorbehaltlich doch noch weiterer Gespräche mit der Gewerkschaft ansieht, drohen von dort umgehend "Aktionen". Dies hatten jedenfalls Belegschaftsvertreter schon vorab für einen solchen Fall angekündigt. Das AUA-Management hofft doch noch auf ein Verhandlungsergebnis in den nächsten zwei Wochen - mit diesem Ansinnen hat sich AUA-Vorstandsdirektor Peter Malanik am Mittwoch direkt an vida-Gewerkschaftschef Rudolf Kaske gewandt.
AUA-Piloten protestieren
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Personal protestiert gegen AUA-Sparpläne
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