Der Börsesaal in Frankfurt.

Frankfurter Börse (Schluss)

DAX im Plus bei 6.220,01 Punkten

DAX trotzt dem Rundumschlag von Standard & Poor's gegen die Eurozone.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag dem Rundumschlag von Standard & Poor's (S&P) gegen die Eurozone getrotzt. Der DAX baute im Handelsverlauf seine Gewinne aus und schloss 1,25 Prozent höher bei 6220,01 Punkten. Damit blieb er nur knapp unter seinem kurz zuvor erreichten Tageshoch.

Der TecDAX stieg um 7,29 Punkte oder 1,02 Prozent auf 725,18 Punkte. Der M-DAX erhöhte sich um 84,30 Punkte oder 0,89 Prozent auf 9.571,62 Zähler. Der HDAX schloss mit 3.177,08 Einheiten und einem Plus von 37,68 Zählern oder 1,20 Prozent. Der C-DAX gewann 6,21 Punkte oder 1,14 Prozent auf 549,02 Zähler. Wegen der feiertagsbedingt geschlossenen US-Börsen blieb das Geschäft recht ruhig.

Experten verwiesen auf Eindeckungen von Marktteilnehmern, die zuvor auf fallende Kurse gesetzt hätten, sowie eine positiv verlaufene Auktion französischer Geldmarktpapiere. Frankreich hatte am Freitagabend ebenso wie Österreich seine Top-Bonitätsnote bei der Ratingagentur S&P verloren. Zudem wurde sieben weiteren Mitgliedern der Eurozone eine schlechtere Kreditwürdigkeit als bisher bescheinigt.

"Die Frankreich-Auktionen sind sehr gut aufgenommen worden", sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Der Einfluss der Rating-Herabstufungen lasse offenbar nach. "Viel bedeutsamer ist es, dass die EZB sich wohl ein Beispiel an den Notenbanken in Japan, Großbritannien und den USA nimmt und die Märkte - wenn auch indirekt - mit Liquidität flutet. Das Signal ist eindeutig: Die EZB lässt die prekären Staatsanleihemärkte nicht sinken." Laut Händlerin Anita Paluch von Gekko Markets war der Schritt von S&P ohnehin erwartet worden. Viel wichtiger sei, welche Auswirkung die Herabstufung auf den Rettungsfonds EFSF haben werde.

An der DAX-Spitze profitierten die Daimler-Titel von Hochstufungen durch Goldman Sachs und Exane BNP Paribas. Sie verteuerten sich um 3,62 Prozent auf 39,345 Euro. Dahinter legten BMW um 2,58 Prozent auf 59,96 Euro zu und die Volkswagen-Vorzüge rückten um 2,30 Prozent auf 128,90 Euro vor. Für ThyssenKrupp ging es um 2,51 Prozent auf 19,595 Euro hoch - hier beflügelte ein Medienbericht, der sich auf informierte Kreise beruft, denen zufolge der Stahlkonzern kurz vor dem Verkauf seines Stainless-Bereichs steht. HeidelbergCement büßten indes nach Abschreibungen des Schweizer Konkurrenten Holcim 3,37 Prozent auf 33,955 Euro ein und waren damit DAX-Schlusslicht.

Im MDAX verloren Heidelberger Druck 3,25 Prozent. Händler verwiesen auf die jüngsten Nachrichten zum insolventen Konkurrenten Manroland, wo das Ringen um die Zukunft des Druckmaschinenherstellers vorerst weitergeht. Ein Händler sagte, mit einer Zerschlagung von Manroland sei das Problem der Überkapazitäten kaum aus dem Markt zu bekommen. Im TecDAX kletterten Kontron mit plus 7,42 Prozent an die Spitze. Der Hersteller von Minicomputern hat 2011 nach vorläufigen Berechnungen mehr umgesetzt als von Experten erwartet.