Dow Jones nach Yellen-Rede schwächer

New York

Dow Jones nach Yellen-Rede schwächer

US-Notenbankchefin: Zinswende noch in diesem Jahr.

Die New Yorker Börse hat am Freitag mit Verlusten geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index fiel um 53,72 Punkte oder 0,29 Prozent auf 18.232,02 Einheiten. Damit schloss der Auswahlindex auch auf Wochensicht im negativen Bereich. Der S&P-500 Index fiel 4,76 Punkte oder 0,22 Prozent auf 2.126,06 Zähler. Der Nasdaq Composite Index gab 1,43 Einheiten oder 0,03 Prozent auf 5.089,36 Zähler zu.

Trotz der rückläufigen US-Verbraucherpreisen und der Rede von Notenbankchefin Janet Yellen bewegten sich die US-Börsen über den gesamten Tagesverlauf kaum von der Stelle. Von Zurückhaltung vor dem langen Wochenende war am Markt die Rede. Am Montag bleibt die Wall Street aufgrund des "Memorial Day" geschlossen.

Die US-Verbraucherpreise sind im April so kräftig gefallen wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Nicht zuletzt wegen des Ölpreis-Verfalls stand ein Minus von 0,2 Prozent zum Vorjahresmonat zu Buche. Lebensmittel und Energie herausgerechnet betrug die Kernteuerungsrate jedoch immerhin 1,8 Prozent.

US-Notenbankchefin Janet Yellen hat indessen Spekulationen zerstreut, sie könnte angesichts der jüngsten Konjunkturschwäche die Zinsen doch erst 2016 anheben. Sie gehe davon aus, dass die Federal Reserve die Zinswende sehr wohl noch in diesem Jahr einleiten werde, sagte Yellen. Schließlich sei die US-Wirtschaft auf gutem Weg, das schwache erste Quartal abzuschütteln.

Sie erwarte demnächst wieder freundlichere Wirtschaftsdaten, der Gegenwind für die US-Konjunktur lasse nach. "Deshalb denke ich, wird ab irgendeinem Punkt in diesem Jahr eine erste Zinsanhebung angemessen sein - sofern sich die Wirtschaft wie erwartet weiter erholt." Maßgebend für den Zeitpunkt seien weiterhin die jeweils aktuellen Konjunkturdaten.

Unter den Einzelwerten schlossen Hewlett-Packard trotz stark rückläufigen Gewinns und schwächelnder Umsätze 2,75 Prozent höher bei 34,76 Dollar. Allerdings übertraf der Computerriese mit einem Gewinn von einer Milliarde Dollar im abgelaufenen Quartal die Analystenschätzungen. Zudem hatten Investoren höhere Umbaukosten als die angegebenen drei Milliarden Dollar erwartet.

Deere & Co schlossen mit plus 4,35 Prozent ebenfalls klar höher bei 93,35 Dollar. Ein optimistischer Gewinnausblick für dieses Jahr beflügelte die Aktien. Das Unternehmen erklärte, dass die Bauausrüstungssparte mehr Nachfrage biete und den schwachen Traktorsektor aufwiegen könne, obwohl der Gewinn im abgelaufenen Quartal um 30 Prozent eingebrochen war.

Microsoft (minus 1,10 Prozent auf 46,90 Dollar) ist einem Medienbericht zufolge mit einem 55 Mrd. Dollar (49,40 Mrd. Euro) schweren Übernahmeangebot beim SAP-Rivalen Salesforce (plus 2,88 Prozent auf 75,01 Dollar) abgeblitzt. Microsoft und Salesforce hätten im Frühjahr fortgeschrittene Gespräche geführt, berichtete der TV-Sender CNBC am Freitag unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen.