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Zu Handelsschluss

Europa mit kräftigen Zugewinnen

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Meldung über zusätzliche Dollar-Liquidität durch Notenbanken sorgt für Aufwind

Die Europäischen Leitbörsen haben am Donnerstag kräftige Zugewinne verbuchen können. Der Euro-Stoxx-50 schloss bei 2.155,62 Zählern um massive 3,47 Prozent fester. Die wieder aufgekeimte Hoffnung auf eine Lösung der Schuldenkrise sorgte unter dem Eindruck des deutsch-französischen Votums für den Verbleib Griechenlands in der Eurozone den ganzen Tag über für freundliche Stimmung an den europäischen Börsen.

Zusätzlichen Aufwind erhielten die Aktienmärkte im Nachmittagshandel von der Nachricht, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in Kooperation mit der Federale Reserve in den USA und den Notenbanken von Großbritannien, Japan und der Schweiz die Geschäftsbanken der Eurozone durch drei separate Drei-Monats-Tender mit Dollar-Liquidität versorgen wird. Zudem wirkten Spekulationen nach, wonach China den strauchelnden Euro-Ländern durch den Kauf von Staatsanleihen unter die Arme greifen könnte, hieß es am Markt. Als Hintergrund dafür, dass die mehrheitlich schwach ausgefallenen US-Konjunkturdaten an den Märkten kaum Beachtung fanden, vermuteten Händler den am morgigen Freitag anstehenden großen Verfallstag an den Terminbörsen.

Die Nachricht über die von den wichtigsten globalen Zentralbanken angebotenen zusätzlichen Dollar-Refinanzierungsgeschäfte kam vor allem dem Bankensektor zu Gute. BNP Paribas schnellten als stärkster Wert im europäischen Auswahlindex Euro-Stoxx-50 um 13,38 Prozent auf 30,50 Euro in die Höhe, Intesa Sanpaolo und UniCredit erhöhten sich um 10,27 Prozent auf 1,05 Euro bzw. 6,90 Prozent auf 0,78 Euro. Auch Societe Generale, die vorübergehend sogar den Boden des Euro-Stoxx-50 gesäumt hatten, schlossen schließlich klar in der Gewinnzone, und zwar um 5,44 Prozent fester auf 18,33 Euro.

Tief in der Verlustzone gingen unterdessen UBS aus dem Handel, die ihre Kursverluste dem Branchentrend entgegen auf ein Minus von 10,80 Prozent auf 9,75 Schweizer Franken ausweiteten. Die Aktie litt unter Meldungen über einen Milliardenverlust aus nach Angaben der Bank nicht autorisierten Handelsgeschäften, der das Unternehmen im dritten Quartal in die roten Zahlen schlittern lassen könnte.

Hennes & Mauritz (H&M) in Stockholm beendeten die Sitzung nach der Präsentation von Umsatzzahlen wiederum mit massiven Zugewinnen, und zwar um 7,09 Prozent fester auf 197,90 Schwedische Kronen. Zwar hatte das Unternehmen im dritten Quartal auf vergleichbarer Ladenfläche drei Prozent weniger umgesetzt als im entsprechenden Vergleichszeitraum des Vorjahres. Insgesamt war der Umsatz dank neu eröffneter Geschäfte und des in einigen Ländern gestarteten Internet- und Katalogverkaufs aber um fünf Prozent gestiegen. Zudem konnten die August-Umsätze auf Vorjahresniveau gehalten werden, nachdem die Erlöse in den ersten beiden Monaten des Quartals zurück gegangen waren.

Deutliche Gewinne verbuchten zudem Kingfisher, die in London um 4,80 Prozent auf 251,10 Pence zulegten. Die Baumarktkette hatte im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2011/12 mit deutlichen Zuwächsen im Ausland die Schwäche im Heimatmarkt mehr als ausgleichen können und ihren Gewinn infolgedessen über die Markterwartungen hinaus steigern können.

Börse          Index          Schluss       Diff (P)    Diff (%)
 Wien           ATX            2.033,95     +  49,34      + 2,49
 Frankfurt      DAX            5.508,24     + 168,05      + 3,15
 London         FT-SE-100      5.337,54     + 110,50      + 2,11
 Paris          CAC-40         3.045,62     +  96,48      + 3,27
 Zürich         SPI            4.957,27     +  22,81      + 0,46
 Mailand        FTSE MIB      14.642,72     + 502,64      + 3,55
 Madrid         IBEX-35       8.337,90     +  292,20      + 3,63
 Amsterdam      AEX              278,52     +   4,96      + 1,81
 Brüssel        BEL-20         2.139,16     +  42,41      + 2,02
 Stockholm      SX Gesamt        924,62     +  33,94      + 3,81
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.155,62     +  72,24      + 3,47
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