Der DAX steht unter dem Druck der Katastrophe in Japan.

Positive US-Vorgaben

Europas Börsen eröffnen im Plus

Erleichterung nach Handelsverlauf an der Wall Street beflügelt Eurostoxx-50.

Die Leitbörsen in Europa haben am Donnerstag im frühen Handel mit Gewinnen tendiert. Gegen 9.40 Uhr notierte der DAX in Frankfurt mit 6.710,72 Punkten, das entspricht einem Plus von 70,13 Einheiten oder 1,06 Prozent. In London stieg der FT-SE-100 29,2 Einheiten oder 0,52 Prozent auf 5.613,72 Zähler.

Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts-und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 stieg 35,99 Einheiten oder 1,44 Prozent auf 2.533,82 Punkte.

Die Erleichterung nach dem Handelsverlauf an der Wall Street hat den europäischen Aktienmärkten im Frühhandel zu einer Erholung verholfen. Ein Börsianer sprach mit Blick auf den wichtigen, weil marktbreiten S&P-500-Index von "Anzeichen eines klassischen Ausverkaufs", nachdem zuvor wohl auch die letzten Stopp-Orders gefallen seien. "Das ist vermutlich nicht der Start eines neuen Aufwärtstrends, aber zumindest einer Erholungsbewegung", sagte er. Zu Mittag gilt die Aufmerksamkeit den Zinsentscheidungen und Pressekonferenzen der EZB und der Bank of England.

Zunächst standen aber die am Vortag besonders schwankungsfreudigen Finanztitel im Fokus. Mit deutlichen Kursgewinnen bei Axa (plus 4,53 Prozent auf 12,575 Euro) und ING (plus 5,04 Prozent auf 7,167 Euro) nach deren Quartalsberichten führten Versicherer einen Branchenvergleich an. Der französische Versicherer AXA hat seinen Nettogewinn im ersten Halbjahr vervierfacht. Der Überschuss stieg auf 3,999 Mrd. Euro nach 944 Mio. im Vorjahr, wie der zweitgrößte europäische Versicherer mitteilte. Das Institut übertraf die Erwartungen von Analysten.

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hat das erste Halbjahr mit einem Verlust von 211 Mio. Euro abgeschlossen. Grund dafür waren vor allem außergewöhnlich hohe Sachschäden im ersten Quartal durch Naturkatastrophen, wie der Konzern mitteilte. Allein die Erdbeben-und Tsunamikatastrophe in Japan schlug demnach mit 1,5 Mrd. Euro zu Buche. In den Monaten April bis Juni hätten zudem Schäden aus Wirbelstürmen in den USA das Ergebnis belastet. Ebenfalls negativ wirkte sich die Abschreibung griechischer Staatsanleihen aus. Dennoch zeigte sich der Konzernchef zuversichtlich, das Gesamtjahr mit Gewinn abzuschließen. Die Aktien verbesserten sich im Frühhandel um knapp ein Prozent auf 98,74 Euro.

Der Lebensmittel- und Konsumgüterkonzern Unilever profitiert von seinen höheren Preisen: Im zweiten Quartal steigerte der Konzern seinen Umsatz auf vergleichbarer Basis um 7,1 Prozent und übertraf damit die Markterwartung deutlich. Die Anteilsscheine reagierten mit plus 4,62 Prozent auf 23,115 Euro.