Europas Börsen eröffnen unter Druck

Euro Stoxx 50

Europas Börsen eröffnen unter Druck

Die schwachen Asien-Vorgaben und der Ölpreisverfall drücken die Kurse.

Die Leitbörsen in Europa mussten am Mittwoch im Frühhandel einheitlich deutliche Kursabschläge verbuchen. Der Euro-Stoxx-50 rutschte kurz nach Handelsbeginn 3,16 Prozent auf 2.886,40 Einheiten ab. Der DAX in Frankfurt büßte 3,12 Prozent auf 9.364,65 Punkte ein. In London zeigte sich der FT-SE-100 mit minus 2,21 Prozent bei 5.747,10 Punkten.

Nach den Zugewinnen vom Dienstag gerieten die europäischen Aktienmärkte zur Wochenmitte wieder gehörig unter Abgabedruck. Vor allem die neuerliche Talfahrt bei den Rohölnotierungen drückt derzeit auf die internationalen Aktienbörsen. Bereits die Vorgaben aus Asien fielen einheitlich tiefrot aus.

An den Ölmärkten kehrt derzeit einfach keine Ruhe ein, kommentierten Marktbeobachter. Heute Früh fielen die Preise für Erdöl erneut deutlich, nachdem sich zum Wochenstart noch eine Stabilisierung angedeutet hatte. Experten nennen als wichtigsten Grund das viel zu hohe Angebot sowohl seitens der OPEC als auch anderer großer Förderländer. Am Dienstag hatte die Internationale Energieagentur IEA davor gewarnt, dass der Ölmarkt im Überangebot zu "ertrinken" drohe.

Ein Branchenvergleich ein Europa zeigte dementsprechend Öl- und Gaswerte sowie Rohstoff-Titel unter den größten Verlierern. Aber auch Aktien aus dem Automobil-Sektor sowie Bankenwerte mussten deutlich Federn lassen.

Im Euro-Stoxx-50 mussten UniCredit im Eröffnungshandel einen Abschlag von 5,7 Prozent verdauen und Intesa SanPaolo rutschten gut vier Prozent ab. Total fanden sich ebenfalls ganz oben auf den Verkaufslisten der Anleger und büßten 2,78 Prozent an Wert ein. Eni schwächten sich um 2,62 Prozent ab.

Klar schwächer mit minus 3,7 Prozent zeigten sich im Frühhandel auch Royal Dutch Shell. Der Ölpreisverfall setzt dem britisch-niederländischen Ölkonzern stark zu. Der für Analysten wichtige bereinigte Gewinn auf vergleichbarer Kostenbasis (CCS) dürfte im Schlussquartal 2015 auf 1,6 bis 1,9 Milliarden US-Dollar abgesackt sein, teilte der Konzern mit. Ein Jahr zuvor waren es noch 3,3 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 1,8 Milliarden Dollar gerechnet. Der vollständige Quartalsbericht soll am 4. Februar veröffentlicht werden.

Aktien von Zurich notierten um 6,65 Prozent tiefer. Naturkatastrophen, Kosten für den Sparkurs und Probleme in Deutschland haben den Schweizer Versicherer zum Jahresende stark belastet. Für das vierte Quartal wird vor einem Betriebsverlust im Sachgeschäft vor allem wegen der Stürme in Großbritannien und Irland gewarnt. In Summe dürften die Sonderbelastungen fast 1 Mrd. Dollar erreichen.