Zum Schluss

Europas Leitbörsen im grünen Bereich

Der Euro-Stoxx-50 stieg um 8,16 Punkte oder 0,26 Prozent.

Die europäischen Leitbörsen haben den Handel am Donnerstag nach einer Berg- und Talfahrt mehrheitlich im Plus beendet. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 8,16 Punkte oder 0,26 Prozent auf 3.159,11 Einheiten.

Nach einem Erholungsversuch im Frühhandel drehten die Börsen zu Mittag in die Verlustzone ab. In den Fokus rückte am Vormittag die Zuteilung für den zweiten, zielgerichteten Langzeittender (TLTRO2) der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Nachfrage nach dem frischen EZB-Geld blieb verhalten. Die Banken sicherten sich zusammen 129,8 Mrd. Euro an langfristigen Refinanzierungsmitteln. Damit wurde das von der EZB angepeilte maximale Volumen für dieses Jahr, nämlich 400 Mrd. Euro, klar verfehlt.

Die Zahlen konnten zunächst etwas Auftrieb geben, da am Markt nun neue Hoffnungen auf den baldigen Start eines groß angelegten Kaufprogramms für Staatsanleihen durch die EZB aufflammten. Gegen Mittag trübte sich die Stimmung kurzzeitig ein, im Zuge einer festen Eröffnung an der Wall Street ging es jedoch am Nachmittag wieder bergauf. Für Auftrieb an den New Yorker Börsen sorgten besser als erwartet ausgefallene Daten.

Daneben bleibt Griechenland im Blick, wo der Athens Composite Share Index bis Handelsschluss um 7,35 Prozent abrutschte. Bereits in den vergangenen beiden Handelstagen war der Index deutlich abgesackt, nachdem die überraschend vorgezogenen Präsidentschaftswahlen in dem Land die Angst vor einem Rückfall in die Krise geschürt hatten.

Öl- und Rohstoffwerte gerieten an Europas Indizes im Verlauf stark unter Druck. Im Euro-Stoxx-50 fielen Repsol um 1,15 Prozent. Nach wie vor lastet das niedrige Ölpreis-Niveau auf den Notierungen. Nach der jüngsten Talfahrt konnten die Preise für Brent und WTI am Donnerstag jedoch wieder leicht zulegen und der Sektor seine Verluste eingrenzen. In London waren Rohstoffaktien wie Fresnillo (minus 3,25 Prozent) und Anglo American (minus 2,86 Prozent) deutlich unter Druck.

An die Spitze des europäischen Leitindex setzten sich indessen Inditex mit plus 4,23 Prozent. Der spanische H&M-Konkurrent hat in den ersten neun Monaten trotz einer kräftigen Umsatzsteigerung nur wenig mehr verdient als ein Jahr zuvor. Die Erlöse legten um 7 Prozent auf 12,7 Mrd. Euro zu. Unterm Strich stand ein Gewinn von 1,69 Mrd. Euro, das entspricht einem Zuwachs von einem Prozent.

Weiters richtete sich der Blick auf die Telekom-Branche. Telefonica erhöhten sich um minimale 0,04 Prozent. Gerüchten zufolge will der spanische Konzern mit Partnern dem italienischen Telefonprimus Telecom Italia seinen brasilianischen Mobilfunker abkaufen - und dafür rund 15 Milliarden Dollar auf den Tisch legen. Die Telekom Italia-Anleger freuten sich indessen über ein Plus von 2,06 Prozent.

Erneut sackten Airbus um klare 4,30 Prozent ab und knüpften damit an ihre starken Kursverluste vom Vortag an. Zur Wochenmitte hatten eine Lieferverzögerung beim Langstreckenflugzeug A350 sowie enttäuschende Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Tom Enders zum Gewinn im Jahr 2016 die Anleger geschockt und die Aktie um mehr als zehn Prozent einbrechen lassen.