Börsenparkett

Einheitlich

Europas Leitbörsen mit Verlusten

Euro-Stoxx-50 fiel um 40,79 Einheiten oder 1,5% auf 2.639,01 Zähler.

Europas Börsen konnten die Vortagesgewinne am Mittwoch nicht halten und haben teilweise deutlich schwächer geschlossen. Aktuelle Konjunkturdaten aus den USA trübten die Stimmung auch an den europäischen Börsen. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 40,79 Einheiten oder 1,52 Prozent auf 2.639,01 Zähler.

Die US-Firmen haben im März weniger Jobs als gedacht geschaffen. Die Beschäftigtenzahl erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 158.000, wie der private Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) mitteilte. Bankvolkswirte hatten mit einem Zuwachs um 200.000 Stellen gerechnet.

Zudem hat sich die Stimmung der Dienstleister in den USA im März überraschend stark eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex sei von 56,0 Punkten im Vormonat auf 54,4 Zähler gesunken, teilte das Institute for Supply Management (ISM) mit. Dies ist der niedrigste Wert seit vergangenem August. Volkswirte hatten mit einem leichteren Rücksetzer auf 55,5 Punkte gerechnet.

Aus Branchensicht waren in Europa Telekomwerte einer der schwächsten Sektoren. Belastung kam durch hohe Verluste bei den Vodafone-Titeln mit einem Minus von 3,05 Prozent auf 186,15 Pence. Die Aktionäre des Mobilfunkkonzerns wurden ernüchtert, nachdem der US-Telekomkonzern Verizon dementiert hatte, die Briten übernehmen zu wollen. Am Vortag waren Vodafone-Aktien wegen entsprechender Spekulationen mit einem Aufschlag von fast drei Prozent aus dem Handel gegangen.

Negative Impulse erhielten die europäischen Telekom-Werte auch von einer negativen Branchenstudie der UBS-Analysten. Hier kamen vor allem France-Telecom-Titel schlecht weg, die daraufhin mit minus 4,42 Prozent an vorletzter Stelle im Euro-Stoxx-50 landeten. Nur die niederländische Bank ING schnitt mit minus 4,50 Prozent noch schlechter ab.

Ebenfalls schwach zeigte sich die Bergbaubranche nachdem einige Rohstoffpreise an der London Metal Exchange (LME) am Vortag den stärksten Rückgang seit zwei Wochen verzeichnet hatten. Evraz verloren in London exakt sechs Prozent, Eurasian 4,55 Prozent und Glencore 3,56 Prozent. Auch die Stahlkonzerne verloren nach einer negativen Sektorstudie von UBS an Börsenwert. Die Aktien des deutsche Stahlkochers ThyssenKrupp büßten 4,03 Prozent ein, die von voestalpine um 1,08 Prozent.

Der als defensiv geltende Konsumgütersektor war entgegen dem allgemeinen Trend im Plus, an der ersten Stelle im Euro-Stoxx-50 thronte der spanische Textilkonzern Inditex mit plus 0,34 Prozent.

In Italien hat der Börsengang dem italienischen Notizbuchhersteller Moleskine rund 245 Millionen Euro in die Kassen gespült. Die Aktien der italienischen Luxusmarke wurden am Mittwoch zum Stückpreis von 2,30 Euro zugeteilt. Zum Handelsschluss notierten die Titel allerdings knapp unter dem Ausgabepreis bei 2,295 Euro. Mit dem Emissionserlös wollen die Italiener unter anderem künftiges Wachstum finanzieren und Schulden abbauen.

Auch der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS stand den Tag über im Fokus der Börsianer. Die Airbus-Mutter steckt zum Start seines neuen Aktionärspakts eine Milliardensumme in den Rückkauf eigener Aktien. Binnen eineinhalb Jahren will man auf diese Weise 3,75 Milliarden Euro an die Anteilseigner zurückgeben und den Aktienkurs nach oben treiben. Die EADS-Papiere schlossen mit 1,90 Prozent im Minus. Experten hatten mit einem höheren Rückkauf-Volumen gerechnet.