Athen-Votum treibt

Europas Leitbörsen schließen fester

Der Euro-Stoxx-50 schloss um 1,45 Prozent fester bei 3.676,41 Einheiten.

Die europäischen Leitbörsen haben den Handel am Donnerstag einheitlich mit fester Tendenz beendet. Beflügelt wurden die Notierungen von den Fortschritten im griechischen Schuldenstreit. Der Euro-Stoxx-50 schloss um 1,45 Prozent fester bei 3.676,41 Einheiten.

In der Nacht auf Donnerstag hat eine Mehrheit der Athener Abgeordneten im Parlament für die von den Gläubigern geforderten Spar- und Reformmaßnahmen gestimmt. Damit hat Griechenland den Grundstein für ein drittes Hilfsprogramm seiner Geldgeber gelegt. Am Nachmittag haben sich dann die Euro-Finanzminister auf eine Brückenfinanzierung für das Land bis Mitte August geeinigt. Dafür würden 7 Mrd. Euro aus dem EU-Rettungstopf EFSM kommen.

Zudem rückte die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die anschließende Rede des EZB-Chefs Mario Draghi in den Fokus. Die EZB gewährt Griechenlands Banken weitere Notkredite: Die sogenannten ELA-Hilfen seien um 900 Mio. Euro für eine Woche erhöht worden, sagte der Notenbank-Präsident. Zuletzt lagen sie bei rund 90 Mrd. Euro. Den Leitzins ließ die EZB wie erwartet unverändert bei 0,05 Prozent.

Zu den größten Kursgewinnern zählten heute Autowerte. Diese profitierten von erfreulichen Daten zu den Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union. Im Juni sind in der EU die Zulassungen um 14,6 Prozent auf 1,36 Millionen gestiegen, teilte der Herstellerverband ACEA mit. Das war der stärkste monatliche Zuwachs seit fünfeinhalb Jahren. Damit ist die Branche auf dem besten Weg, ihr erst kürzlich höhergestecktes Jahresziel von 13 Millionen zu erreichen.

Zu Handelsschluss zeigten sich Volkswagen um 1,52 Prozent fester, BMW stiegen um 2,34 Prozent und Daimler notierten um 2,15 Prozent höher. Mit einer besseren Organisation will Daimler seine Logistikkosten pro Auto in den kommenden Jahren um ein Fünftel senken. Dazu werde die Zulieferung von Teilen und das Ausliefern der Fahrzeuge mit einer Investition im hohen dreistelligen Millionenbereichen effizienter ausgerichtet, kündigte Produktionschef Markus Schäfer an.

Ebenfalls gesucht waren Telekommunikationswerte. An die Spitze im Euro-Stoxx-50 setzten sich Orange mit plus 3,45 Prozent, Telefonica zogen um 2,21 Prozent an. Einziger Kursverlierer im europäischen Leitindex waren dagegen ASML. Die Papiere sackten um klare 5,03 Prozent ab. Am Vortag konnten die Papiere noch mehr als eineinhalb Prozent dazugewinnen, nachdem der Chiphersteller überzeugende Halbjahreszahlen veröffentlicht hatte.

Am Donnerstag kamen Ergebnisse von Carrefour. Ein schwächeres Wachstum auf dem Heimatmarkt Frankreich macht dem Einzelhandelskonzern zu schaffen. Das Unternehmen setzte im zweiten Quartal Waren im Wert von 21,369 Mrd. Euro ab. Bereinigt um Treibstoff- und Währungseffekte sind das 2,6 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Damit fällt das Wachstum geringer aus als zum Jahresauftakt. Die Titel kletterten dennoch um klare 2,79 Prozent nach oben.