Börse Frankfurt

Technologiewerte unter Druck

Europas Leitbörsen schließen tiefer

Schwache US-Wirtschaftsdaten ziehen ins Minus.

Die europäischen Leitbörsen haben die Sitzung am Donnerstag mehrheitlich mit tieferen Notierungen beendet. Der Euro-Stoxx-50 verlor 16,86 Punkte oder 0,60 % auf 2.799,98 Einheiten.

Europas Leitbörsen eröffneten dank freundlicher Vorgaben aus Übersee mit leicht höheren Notierungen, pendelten jedoch zunächst zwischen Gewinnen und Verlusten. Für eine klare Tendenz konnten sich Europas Börsen erst am Nachmittag entscheiden, als US-Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden. So ist die US-Wirtschaft im Auftaktquartal um 1,8 % und schwächer als erwartet gewachsen.

Belastend wirkte zudem, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker zufolge möglicherweise die nächste Kredittranche an Griechenland nicht auszahlen werde. Europäische Union (EU), Europäische Zentralbank (EZB) und IWF überprüfen derzeit, ob Griechenland alle Voraussetzungen erfüllt, um weitere Hilfen aus dem Rettungspaket zu erhalten.

In einem europaweiten Branchenvergleich zählten die Technologie-und Autowerte zu den größten Verlierern des Tages. Während die meisten Sektoren ein negatives Vorzeichen aus dem Handel trugen, rangierten Gesundheits- und Reiseaktien innerhalb des Euro-Stoxx-Index mit leicht positiven Kursveränderungen.

Unter den im Euro-Stoxx-50 gelisteten Werten zählten Credit Agricole (minus 4,56 % auf 10,25 Euro) und UniCredit (minus 2,87 % auf 1,52 Euro) zu den größten Verlierern. Die Plätze an der Spitze von Europas wichtigstem Leitindex nahmen Schneider Electric (plus 1,83 % auf 111,10 Euro) und Koninklijke Philips Electronics (plus 0,94 % auf 19,23 Euro) ein.

An der Spitze des breit gefassten Euro-Stoxx-Index sprangen Hellenic Telecom um 4,79 % auf 7,00 Euro nach oben. Einem Zeitungsbericht zufolge wird die griechische Regierung in den kommenden Tagen einen Anteil von zehn Prozent der Hellenic Telecom an die Deutsche Telekom verkaufen.

Um 0,56 Prozent höher bei 16,09 Franken schloss unterdessen die Aktie der UBS. Die Schweizer Großbank erwägt eine Abspaltung ihres Investmentbankings vom übrigen Bankgeschäft. Das UBS-Management denke darüber nach, das Investmentbanking-Geschäft künftig separat von der restlichen Gruppe aus London, New York oder Singapur zu führen, wo es lediglich der Kontrolle lokaler Aufsichtsbehörden unterliege, berichtete das "Wall Street Journal".

Deutlich nach unten ging es hingegen für die Anteilsscheine von Vestas Wind Systems (minus 5,82 % auf 145,60 Euro). "Das Unternehmen wird in finanzielle Schwierigkeiten geraten und ein Kauf der Aktien des Windturbinenbauers sollte daher vermieden werden", so der US-Hedgefondsmanager Jim Chanos im Rahmen einer Konferenz in New York.

Die Aktien von Bayer reagierten mit klaren Abschlägen von 1,87 % auf 54,71 Euro auf eine Abstufung. Die Analysten der UBS haben ihre Kaufempfehlung gestrichen und stufen die Papiere des Chemie- und Pharmakonzerns aktuell mit "Neutral" ein. Begründet wurde dies mit der Bewertung und einer kurzfristig eher wenig positiven Nachrichtenlage für das Medikament Xarelto, zu dessen Konkurrenten Apixaban von Pfizer Anfang Juni Daten anstünden.