Leichte Entspannung an der Wall Street

Nach schwachem Start

Leichte Entspannung an der Wall Street

Dow Jones rutscht auf Wochensicht um mehr als sechs Prozent ab.

Die New Yorker Aktienbörse hat am Freitag mit etwas höheren Kursen geschlossen. Die Wall Street hat sich damit zum Wochenschluss nur wenig vom Kursrutsch der vergangenen zwei Tage erholen können. Laut Experten belasten die Sorgen über die weltweite Konjunktur und die europäische Schuldenkrise weiter die Stimmung am Markt.

Der Dow Jones Industrial Index stieg 37,65 Punkte oder 0,35 Prozent auf 10.771,48 Einheiten. Auf Wochenbasis büßte der US-Leitindex allerdings satte 6,41 Prozent ein. Der S&P-500 Index gewann 6,87 Punkte (plus 0,61 Prozent) auf 1.136,43 Zähler. Der Nasdaq Composite Index erhöhte sich um 27,56 Einheiten oder 1,12 Prozent auf 2.483,23 Zähler.

Die jüngsten Aussagen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20), die Banken rund um den Globus notfalls mit ausreichend Geld versorgen, haben die Anleger nach Einschätzung von Börsianern nicht nachhaltig von der Stabilität der Weltwirtschaft überzeugen. Auch die europäische Schuldenkrise bewege weiter die Gemüter. So schließt der niederländische Notenbankchef Klaas Knot inzwischen eine Pleite Griechenlands nicht mehr aus. Darüber hinaus soll Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos erstmals über eine geordnete Umschuldung seines Landes mit einem Schuldenschnitt von 50 Prozent gesprochen haben.

Unter den Einzelwerten stachen die Aktien von Nike nach Quartalszahlen mit einem Plus von 5,30 Prozent auf 88,64 US-Dollar positiv hervor. Bei dem Sportartikelhersteller brummt das Geschäft besonders in den Schwellenländern inklusive China, am bedeutsamsten ist aber immer noch der Heimatmarkt Nordamerika. Zudem sei der Gewinn je Aktie unerwartet hoch ausgefallen, meinte Analyst Michael Binetti von der Schweizer Großbank UBS.

Dagegen gaben die Titel von Caterpillar knapp nach und schlossen 0,05 Prozent tiefer bei 73,86 Dollar. Der weltgrößte Baumaschinen-Hersteller hatte trotz der zunehmenden Sorgen der Anleger um den Fortgang der Konjunktur seine Jahresprognose bekräftigt.

Die Titel von Hewlett-Packard (HP) sanken als zweitschwächster Wert im Dow um 2,11 Prozent auf 22,32 Dollar. Nach nicht mal einem Jahr an der Spitze des weltgrößten Computerherstellers macht der glücklose deutsche Manager Leo Apotheker Platz für Meg Whitman. Die ehemalige Ebay-Chefin soll das verloren gegangene Vertrauen der Kunden und Aktionäre zurückgewinnen.

Ein deutliches Plus von 6,68 Prozent auf 22,37 Dollar erreichten indes die Papiere von Tibco Software, nachdem der Konkurrent der deutschen Software AG mit seinen Quartalszahlen positiv überrascht hatte.

In die Gewinnzone schafften es auch die jüngst gebeutelten Bankentitel, die damit ihren europäischen Branchenkollegen folgten: Für Bank of America ging es an der Dow-Spitze um 4,13 Prozent auf 6,31 Dollar hoch und JPMorgan verteuerten sich um 1,09 Prozent auf 29,59 Dollar.