Nikkei nach Minus-Tagen 5,7% höher

Börse Tokio

Nikkei nach Minus-Tagen 5,7% höher

Panikverkäufe vom schwarzen Dienstag wurden zum Teil wieder wettgemacht

Die Tokioter Aktienmärkte haben sich am Mittwoch nach den Panikverkäufen vom Vortag trotz einer Eskalation der Atomkatastrophe wieder erholt. Ein neues Feuer im Atomkraftwerk Fukushima und die Sorge um die Strahlenfreisetzung schürten allerdings weiter die Nervosität der Investoren. "Der Markt interessiert sich heute nicht für Fundamentalwerte", sagte Norihiro Fujito, Investment-Stratege bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Alle Augen seien auf das AKW gerichtet.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg um 5,7 Prozent auf 9.093 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index rückte um 6,6 Prozent auf 817 Zähler vor. Auch die Börsen in Singapur, China, Taiwan, Korea und Australien lagen im Plus.

Eskalation am Dienstag

Am Dienstag hatte die Eskalation der Atomkrise an der japanischen Börse den größten Kurssturz seit dem Höhepunkt der Finanzkrise ausgelöst, der Nikkei war um mehr als zehn Prozent gefallen. Nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami mit mindestens 10.000 Toten treibt die Märkte vor allem die Angst vor einer Strahlenkatastrophe nur 240 Kilometer nördlich von Tokio um. Dennoch stiegen nach dem Schwarzen Dienstag wieder die Kurse. "Die Erholung ist ziemlich stark, weil Investoren gemerkt haben, dass sie gestern ein bisschen zu viel Panik bekommen haben", sagte Fujio Ando von Chibagin Asset Management.

Gewinne von mehr als acht Prozent gab es etwa für den Elektronikkonzern Sony. Das Unternehmen hatte bekanntgegeben, Teile seiner Produktion ins Ausland zu verlagern, weil mehrere japanische Fabriken seit dem Erdbeben geschlossen sind. Toyota-Aktien legten nach starken Verlusten um über neun Prozent zu.

Auch am Energiemarkt wirkt sich die Krise in Japan weiter aus: Der Preis für ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent gab um mehr als ein Prozent nach. Brent-Öl war so günstig wie seit drei Wochen nicht. Die Proteste in der arabischen Welt traten angesichts der Atomkrise in Japan in den Hintergrund.

Euro gibt nach
Der Euro gab in Fernost nach der Rückstufung der Kreditwürdigkeit Portugals durch die Ratingagentur Moody's etwas nach und notierte bei 1,3977 Dollar, nach 1,3996 Dollar am Dienstagabend in New York.