Vieles wurde an der Börse bereits eingepreist

Optimisten dürften beim DAX vorn bleiben

Dem deutschen Börse-Leitindex DAX dürfte Analysten zufolge in der neuen Woche noch nicht der Atem ausgehen. Zwar sei der Markt schon sehr weit vorgelaufen und habe vieles bereits eingepreist. "Dennoch werden die Optimisten mit den anstehenden Konjunkturdaten neues Futter bekommen", sagte Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB.

Die Anleger seien der festen Überzeugung, dass der Kunjunkturaufschwung in den USA an Nachhaltigkeit gewonnen hat. "Ein Jahr nach der Lehman-Pleite spielen die Märkte die Erholung", hieß es in einer Studie von Allianz Global Investors. Der DAX erklomm am 11. September mit 5653 Punkten zeitweise den höchsten Stand seit 11 Monaten und legte auf Wochensicht mehr als vier Prozent zu.

Seit dem Jahrestief im März stand damit ein sattes Plus von fast 60 Prozent zu Buche. Analyst Steffen Neumann von der LBBW ging davon aus, dass der DAX "noch ein paar Pünktchen" dazugewinnen könnte. Fundamentale Gründe gebe es zwar keine, aber ein Störfeuer sei auch nicht in Sicht. "Viele haben das verpasst, was gelaufen ist und springen auf den letzten Metern hinterher."

Auf der Unternehmensseite richten sich die Blicke gen USA. Der Post-Konkurrent Fedex, der SAP-Rivale Oracle und Adobe geben Einblicke in ihre Quartalsbilanzen. "Diese könnten dem Markt noch einmal etwas Schwung geben. Denn wenn sich diese Unternehmen positiv äußern, projizieren viele das auf die kommende Berichtssaison", sagte ein Händler.

"Hexensabbat" steht bevor

Am 18. September ist an der Börse großer Verfall, und die Aktienkurse könnten bereits im Wochenverlauf ungewöhnlich schwanken. Zu diesem auch "Hexensabbat" genannten Termin verfallen Optionen auf Indizes und Aktien. Anleger versuchen in der Regel in den Tagen davor die Kurse in die von ihnen gewünschte Richtung zu bewegen.

Wichtige Impulse für den Aktienmarkt erwarten Börsianer wieder von US-Konjunkturdaten. Diese sollten nach Ansicht der Analysten der Commerzbank bestätigen, dass die US-Wirtschaft die Rezession wohl zur Jahresmitte überwunden hat und im dritten Quartal wieder kräftig wächst. Mit Spannung werden die US-Einzelhandelsumsätze für August am Dienstag erwartet, da der private Konsum eine wichtige Stütze der US-Volkswirtschaft ausmacht. Zudem stehen Daten zur Industrieproduktion für August am 16. September auf der Agenda.

Der Empire State Index am 15.9. und der Konjunkturindex der Federal Reserve (Fed) von Philadelphia am 17.9. dürften Analysten zufolge zulegen und damit positive Signale für einen der wichtigsten Stimmungsindikatoren der US-Wirtschaft - ISM - liefern.

In Deutschland steht am 15.9. der ZEW-Index an. Basse zufolge dürften die Erwartungen erneut zulegen. Auch bei der Lagebeurteilung prognostiziert er einen Anstieg, obwohl diese Komponente noch deutlich im negativen Bereich verharren sollte.